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Die Gewerkschaften erstreben nun nicht Ausschliessung, sondern
Regelung der Einwanderung, kein Fernhalten, sondern ein Kräftigen
der Leute. Keine Rassen- oder Religionsgegensätze liegen
ihrer Stellungnahme zugrunde, sondern lediglich wirtschaftliche.
Mögen Protestanten, Katholiken, Juden, Mohammedaner; mögen
weisse, gelbe, rote, braune oder schwarze Menschen mit hoher
Lebensführung zu uns kommen; wir waren auch an sich den
Chinesen nicht feindlich gesinnt, die allgemeine Fassung dieses
Gesetzes war aber nötig, um nicht seinen ganzen wirtschaftlichen
Erfolg in Frage zu stellen.
Der amerikanische Gewerkschaftler schenkt sein Mitgefühl auch
den unterdrückten Arbeitern des Auslandes und will alles tun,
ihre Lage zu bessern, vorausgesetzt, dass damit nicht der Fortschritt
des eigenen Volkes oder die Wohlfahrt der Menschheit
geschädigt werde. Kosmopolitismus wie Wohltätigkeit beginnt
bei uns selbst. Wir können nicht die Zukunft unserer
Arbeiterschaft aufs Spiel setzen, um möglicherweise den Einwohnern
Europas und Asiens zu helfen.
Würde man z. B. jährlich ein bis zwei Millionen Chinesen
einführen, so könnte in 50—100 Jahren ein Drittel der amerikanischen
Bevölkerung chinesisch sein, ohne dass die Bevölkerung
Chinas abzunehmen braucht, vielmehr wäre eine entsprechende
Erhöhung der dortigen Geburtenrate wahrscheinlich, die jetzt
etwa 12 Millionen jährlich beträgt. In solchen Dingen ist der
Fortschritt der Völker besser durch Abschliessung als durch
Mischung zu erreichen und die einzelnen können sich zu einer
höheren Stufe besser emporarbeiten, wenn sie durch kein Nachströmen
wieder herabgezogen würden.
Ich halte die Beeinflussung des Arbeitsmarktes durch die Einwanderung
für eine vorübergehende; allmählich absorbiert nämlich
der Markt diese Kräfte und diese schaffen selbst eine vermehrte Nachfrage
nach ihren eigenen Produkten. Wir glauben, dass genug
Raum im Lande ist für alle, die hohe Löhne zu verdienen imstande
sind und verlangen daher keine Beschränkung der Zahl,
sondern eine Hebung der Qualität der Einwanderer wie aller
Arbeiter. Ja, wenn wir aus den 800000 Einwanderern die 800000
auslesen würden, die dem Lande zu nützen am besten geeignet
sind, würde das die Löhne vielleicht so heben, dass die fähigsten
Arbeiter aus ganz Europa herangezogen würden und sogar zeitweise
die Zahl der Einwanderer erhöhten. Und mit Freude statt