XIII
holzt ohne an zukünftige Generationen zu denken, hat er eine
Schranke gesetzt. Er hat gekämpft für die schwarzen Sklaven
auf den Plantagen und für die weissen Sklaven in den Fabriken,
für Unterstützung und Erziehung der Einwanderer, Schutz der
Frauen und Kinder und für die Opfer kraftzerstörender Überanstrengung.
Er hat mit Woldtaten geholfen und Opfer gebracht,
wenn auch nicht immer, ohne zu irren.
Ich will nicht verhehlen, dass die Gewerkschaftsbewegung
ihre Fehler begangen hat. Nichts ist makellos, und überall
straucheln und fallen wir Menschen beim Vorwärtsstreben. Auch
die Gewerkschaft ist mit all ihren wohltätigen demokratischen
Einrichtungen nicht unfehlbar und nicht allmächtig, sondern hat
mit den Vorzügen auch die Fehler jugendlichen Muts und vorwärtsstrebender
Begeisterung. Wenn aber die Arbeiterführer geirrt
haben, so war doch die Triebfeder ihres Handelns eine edle, denn
sie hatten das Wohlergehen ihrer Klasse und das der ganzen
Gesellschaft vor Augen.
Ich erwähne diese Fehler und Irrtümer der amerikanischen
Gewerkschaften, weil ich glaube, sie sollten am wenigsten von
Männern übertüncht werden, die die Gewerkschaften lieben trotz
ihrer Fehler. Und ich glaube auch, dass sonst viele Unternehmer
keine Gerechtigkeit walten lassen und ihre Augen vor den Vorzügen
der Gewerkschaften verschliessen würden, um mit dem
Mikroskop nach ihren Fehlern zu suchen. Das Kapital sollte
so tolerant und anständig gegenüber den Arbeitskräften auftreten,
als diese es ihm gegenüber tun, und der Unternehmer sollte nicht
länger die Gewerkschaften und ihre Politik seiner Beachtung für
unwert halten, sondern sie mit bereitwilliger Offenheit studieren.
Beiden Produktionsfaktoren ist gegenseitige Kenntnis und Verständnis
dienlich. Unkenntnis ist die Mutter des Vorurteils und
Haders, und Friede kann nur einziehen, wo man die Haltung des
Gegners begreifen lernt. Das Arbeitsproblem kann nicht durch
Wohlwollen der Unternehmer gelöst werden, sondern nur durch ihren
Gerechtigkeitssinn und ihre Einsicht; weder durch Schenkungen und
Aktienverlosungen, noch durch Gewinnbeteiligung. Wie wohltätig
man immer sein mag, das Problem kann nur gelöst werden durch
Anerkennung der Arbeiterrechte und durch die Bereitwilligkeit
auf der Unternehmerseite, mit den vereinigten Arbeitern zu verhandeln
und Verträge mit ihnen zu schliessen, die -alle Arbeitsbedingungen
betreffen.