Full text : Organisierte Arbeit

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Die  Entstehung  und  Lösuhg  dieses  ersten  Arbeitsproblems
der  Vereinigten  Staaten,  der  furchtbare  Kampf  und  die  Opfer,  die
es  forderte,  sind  zu  bekannt,  um  hier  wiederholt  zu  werden.
Einige  Jahre  lang  wuchsen  die  Sklavenstaaten  rapid,  mit  der  Entwicklung ­
  der  Baumwollindustrie  Schritt  haltend,  und  die  Sklaverei
wanderte  von  der  südlichen  atlantischen  Küste  hinauf  bis  an  den
Mississippi.  Dann  kam  der  Streit  um  das  Land  westlich  des
Mississippi,  in  dem  die  Nordstaaten  siegten.  Die  neuen  europäischen ­
  Einwanderer  siedelten  sich  im  Norden  an  und  hielten  sich
von  den  Sklavenstaaten  fern.  Bevölkerung,  Bildung  und  Wohlstand ­
  wuchsen  in  den  freien  Staaten  schneller  und  die  Gegnerschaft ­
  gegen  die  Sklaverei  wurde  im  Norden  so  stark,  dass  der
Süden,  an  seiner  Zukunft  verzweifelnd,  allem  Streit  durch  Austritt ­
  aus  dem  Bunde  ein  Ende  bereiten  wollte.  Es  ist  ein  gutes
Zeichen  für  die  Zukunft,  dass  in  den  letzten  Jahrzehnten,  seit
dem  entscheidenden  Sieg  der  freien  über  die  Sklavenarbeit,  der
Süden  herrliche  Fortschritte  gemacht  hat.  Unzweifelhaft  wird
ihm  eine  grössere  Blüte  beschieden  sein,  als  sie  je  unter  der
Sklaverei  möglich  gewesen  wäre.
Aber  wenn  auch  in  dieser  Zeit  fast  alles  sich  um  diese
Frage  drehte,  so  hatte  doch  auch  gleichzeitig  der  Norden  seine
eigene  Sorge  mit  der  Frage  der  freien  Arbeiter.  Der  ungelernte
Arbeiter  stand  am  Ausgang  des  Unabhängigkeitskrieges  noch  auf
dem  Tagelohn  von  2  Mk.  für  eine  Arbeit  von  Sonnenaufgang  bis
-Untergang  und  die  Lebensbedürfnisse  standen  noch  auf  dem  alten
Niveau,  die  Preise  waren  die  alten  hohen.  Nach  Prof.  Mc.  Moster
kostete  Mais  1784  3  Mk.  und  Weizen  8,50  Mk.  der  Bushel,  Pökelfleisch ­
  1,60  Mk.  das  kg,  so  dass  der  Arbeiter  für  den  Bushel  Mais
l'/o,  für  den  Bushel  Weizen  4*/ 4 ,  für  270  kg  Fleisch  2  Tage
arbeiten  musste:  ein  Beweis  niedriger  Lebenshaltung.  Einmal
wöchentlich  frisches  Fleisch  zu  essen,  war  schon  ungewöhnlich.
Dazu  waren  viele  Früchte  und  Gemüse  wie  Tomaten,  Rhabarber,
Blumenkohl  u.  a.  noch  unbekannt.  Die  Kleidung  bestand  aus
einem  Paar  Bukskin-  oder  Lederhosen,  einem  bunten  Hemd,  roter
Flanelljacke,  einem  an  den  Seiten  hochgebogenen  Bauernbut,  rindledernen ­
  Stiefeln  mit  grossen  Messingschnallen  und  einem  Lederschurz. ­
  Frauen  und  Mädchen  waren  spärlich  und  mit  wenig
Rücksicht  auf  Geschmack  oder  Bequemlichkeit  gekleidet.  In  den
primitiven  Wohnungen  ersetzte  gestreuter  Sand  den  Teppich  und
die  Wände  waren  kahl  und  schmucklos.  Das  Geschirr  bestand
            
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