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Dritter Teil. Industrie. 
ein Mantel aus dünnem Eisenblech getreten, welcher das Instrument einschließt, und 
während bisher die großen Fernrohre im Schwerpunkt ausgehängt waren, ist hier die 
Befestigung an das Okularende gelegt worden. Es fällt so Sehpuntt, Stehpunkt und 
Drehpunkt zusammen. Durch diese zweckmäßigen Neuerungen haben sich obendrein 
die Herstellungskosten von etwa 4 Millionen Mark auf 250000 Mark vermindert, 
wovon 55000 Mark auf das Objektiv kommen, das einen Durchmesser von 70 cm 
besitzt. Die Länge des Fernrohrs beträgt 21 m; es ist unter den im Gebrauch befind 
lichen Instrumenten das längste, da die beiden vorher genannten großen amerikanischen 
Teleskope nur 15 bezw. 18 m lang sind. Das für die Pariser Weltausstellung im 
Jahre 1900 hergestellte Riesenfernrohr ist zwar länger, hat sich aber bisher nicht als 
gebrauchsfähig erwiesen. 
Bleibt so Deutschlands Technik hinsichtlich des Baues großer Refrattoren zum 
mindesten nicht hinter dem Auslande zurück, so steht sie bei dem Bau von mittleren 
und kleinen astronomischen Instrumenten: Durchgangs-Instrumenten, Meridiankreisen, 
Köhekreisen, Kometensuchern rc., was Feinheit und Vollkommenheit der einzelnen 
Znstrumentalcinrichtungen bettifft, unerreicht da. 
Das gleiche gilt für unsere so überaus feinfühligen Instrumente zur Beobachtung 
und Messung der Lichterscheinungen, insbesondere von den Spcktralapvaraten. 
Anter den Gebrauchsartikeln erfreuen sich fortgesetzt steigernder Nachfrage auf 
dem Weltmärkte außer den Brillen hauptsächlich Feldstecher und photographische Objettive, 
eine Tatsache, die auf wesentliche Verbesserungen gerade dieser Artikel in jüngster Zeit 
zurückzuführen ist. 
And so können wir unsere Ausführungen mit dem Satze schließen: Deutschlands 
optische Industrie und zugehörige Feinmechanik befindet sich auf einer hohen Stufe der 
Entwickelung. Sie versorgt ja zur Zeit nicht nur den größten Teil des Inlands-, sondern 
auch einen beträchtlichen Teil des Weltbedarfs, der bis zur Mitte des vorigen Jahr 
hunderts fast ausschließlich von Frankreich und Großbritannien gedeckt wurde. Zu 
danken hat sie ihre Blüte in erster Linie dem eifrigen und gründlichen Zusammen 
arbeiten von Wissenschaft und Praxis, in nicht geringem Maße aber auch den 
geregelten Handelsbeziehungen zum Auslande. Es bleibt ihr nur zu wünschen, daß 
an'diesen Grundpfeilern nicht gerüttelt wird.
	        
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