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welt, welche, eigenartiger in ihrem Gefüge, so energisch und
radikal die wichtigsten Postulate in Bezug auf Bernfsorgani-
satiou, Lohnregelung und Regelung der quantitativen und
qualitativen Produktion der Verwirklichung entgegenznsühren
bemüht ist, wie diejenige, deren Geschichte Gegenstand der vor
liegenden Abhandlung ist. Es lassen sich hier vielleicht zum
ersten Mal eine Anzahl Forderungen doktrinärer Wirthschafts-
und Sozialpolitik im Verhältniß zu ihren praktischen Wirkungen
und zu ihrer Ausführbarkeit und Durchführbarkeit prüfen. Ge
rade nach dieser Richtung bietet die Verbandsgeschichte werthvolle
positive Resultate. Hier gewährt sie — wenn sie sich auch liber
eine verhältnißmüßig kurze Zeit erstreckt — Fertiges und Er
probtes und dürfte deshalb gerechtfertiget sein. Beim gegen
wärtigen intensiven Konkurrenzkämpfe der Weltindustrien ent
scheidet eine verhältnismäßig sehr kurze Zeit über die Lebens-
fähigkeit allgemein beruflicher Institutionen in denselben. Ent
weder sie erliegen dem ersten Ansturm von Konknrrenzfaktoren;
halten sie ihnen aber Stand, haben sie auch Zeugniß von ihrer
Daseinsberechtigung und Lebenskraft abgelegt. Die kurze Spanne
Zeit — mitten ans der Gegemvart herausgegriffen — welche
diese Arbeit umfaßt, legte dem Verfasser die Verpflichtung ans,
das persönliche Moment auszumerzen, wenn er auch gerne der
Männer, welche um die Gründung lind Weiterentwicklung des
Verbandes hervorragende Verdienste sich erwarben, nament
lich tiberall Erwähnung gethan hätte, wo sie mit den Ereig
nissen im engsten Zusammenhange stehen. Die Nennung
des einen Namens könnte aber leicht als Zurücksetzung des
anderen, das Lob des einen fast nnwillktirlich als ungerechten
Tadel des zweiten gedeutet werden, so daß die beabsichtigte