Full text : Die deutsche Volkswirthschaft und der Weltmarkt

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nähme  aufweist,  —  von  3352.000  Stück  in  1873  auf  4038.000  in  1897,  -
den  Bedarf  jedoch  keineswegs  zu  decken  im  Stande  ist.  Die  Mehreinfuhr ­
  stieg  von  72.000  Stück  im  Jahresdurchschnitt  1890/94  auf
104.000  im  Jahresdurchschnitt  1895/99.
Schwer  darnieder  liegt  leider  unsere  Geflügelzucht.  Die  für
Preussen  stattgehabte  Zählung  hat  Resultate  ergeben,  welche  die  Befürchtungen ­
  der  ärgsten  Pessimisten  noch  übertroffen  haben.  Das
Missverhältniss  zwischen  Bedarf  und  Produktion  auf  diesem  Gebiete
zeigt  sich  deutlich  darin,  dass  wir  im  letzten  Jahre  nicht  weniger  als:

35  000  Tonnen  Federvieh,
113  000  „  Eier,
10  000  „  Bettfedern  importirten.

Verhältnis
zwischen
FIeischproduktlon
  und
Fleischbedarf.

Der  Versuch,  auf  Grund  der  vorliegenden  Zahlen  das  Verhältniss
  zwischen  Fleischproduktion  und  Fleischverbrauch  im  deutschen
Reiche  im  allgemeinen  zu  berechnen,  stösst  leider  auf  die  Schwierigkeit ­
  äusserst  unsicherer  Ziffern  für  den  Konsum.  Die  von  sachverständiger ­
  Seite  bisher  vorgenommene  Schätzungen  schwanken  zwischen
30  und  40  kg  pro  Kopf  der  Bevölkerung.
Das  deutsche  Reich  weist  im  allgemeinen  —  und  zwar  schon  seit
Jahrhunderten  —  einen  im  Verhältniss  zu  den  Kulturstaaten  des  Auslandes ­
  abnorm  niedrigen  Fleischkonsum  auf.  Beispielsweise  wurde
der  Konsum  pro  Kopf  der  Bevölkerung

in  Deutschland  .  .  1867  auf  18  kg,
„  Frankreich  .  .  1862  „  26  „
„  England  .  .  .  1868  ,,  46  „
berechnet.  Inzwischen  ist  er  allenthalben  erheblich  gestiegen.  In
England  betrug  er  nach  sachverständigen  Feststellungen  1891—1895
etwa  55  kg  auf  den  Kopf.  Ungefähr  ebenso  hoch,  vielleicht  noch
höher,  muss  nach  den  Anforderungen  der  Physiologie  der  nothwendige
Fleischbedarf  unter  Berücksichtigung  der  Zusammensetzung  des
deutschen  Volkes  nach  Alter,  Geschlecht  etc.  für  das  deutsche  Reich
geschätzt  werden.  Die  Fleischversorgung  des  deutschen
Reiches  ist  also  eine  gänzlich  unzureichende.

Thierische  Auch  den  Bedarf  an  Fett  vermag  die  deutsche  Viehzucht  nicht
Produkte.
zu  decken.  Während  das  deutsche  Reich  bis  vor  5  Jahren  ein  Butter
exportirendes  Land  war,  sind  wir  auch  hier  seit  1894  „passiv“.  Die
Schmalzeinfuhr  ist  seit  Jahren  sehr  beträchtlich.  Auch  der  Käseimport ­
  ist  nicht  unbedeutend.
            
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