Full text: Die deutsche Volkswirthschaft und der Weltmarkt

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Gerade die werthvollste Gruppe der Rindviehzucht weist also einen 
Rückgang auf. Kühe besitzen, abgesehen von der geringeren 
Qualität des Kuhfleisches an sich, relativ geringes Körpergewicht 
und ungünstiges Schlachtgewicht. Was vom Jungvieh zur Schlacht 
bank kommt, sind in der Regel Stücke, welche zur Zucht nicht taugen; 
vor allem liefert unser Jungvieh, da frühreife Thiere nach Art der 
englischen Rasse bei uns nicht gezüchtet werden, unverhältnissmässig 
viel Knochen und ein nicht sehr begehrtes Fleisch. Es sind dies 
Momente, welche den Werth der Vermehrung dieser beiden Kate 
gorien wesentlich verringern; ebenso fällt die allerdings sehr erheb 
liche Zunahme der Kälber für die Versorgung des deutschen Volkes 
mit Fleisch sowohl der relativ geringen Menge, als der geringeren 
Qualität ihres Fleisches wegen nicht allzuschwer ins Gewicht. 
Ein Ausgleich zwischen Bedarf und Vorrath durch Einfuhr aus 
dem Auslande wird durch die angeblich hygienischen Massregeln der 
agrarischen Wirtschaftspolitik verhindert, oder wenigstens erheblich 
erschwert. Die durchschnittliche Jahreseinfuhr des letzten Jahrzehnts 
betrug nur: 
47 000 Ochsen, 
97 000 Kühe, 
68 000 Stück Jungvieh. 
An Schweinen wurden gezählt in tausend Stück: 
1883 1892 
1897 
Unter 1 Jahr . . . 
. . 7 134 9 370 
11 639 
1 Jahr und darüber 
. . 2 072 2 804 
2 635 
Es tritt in diesen Ziffern 
deutlich die in 
der Praxis 
vielfach 
beobachtende Tendenz zu 
Tage, Thiere im 
Alter von 
Va bis 
3 / i Jahren zur Schlachtung zu führen, um den Umschlag des darin 
investirten Kapitals zu beschleunigen. Dass auf diesem Wege jedoch 
die Fleischproduktion an sich nicht erhöht wird, liegt auf der Hand. 
Die Einfuhr von Schweinen wird ebenfalls immer mehr unterbunden 
sie betrug im Jahre 1899 nur 70 000 Stück. 
Der Bestand an Schafen ist in der £eit von 1873—1897 von 25 
auf nicht ganz 11 Millionen zurückgegangen. Von diesem Bestände 
wird noch ein sehr erheblicher Bruchtheil (274 000 Stück im Jahresdurch 
schnitt) ins Ausland exportirt. Für die Fleischversorgung kommt also 
die Schafhaltung nicht erheblich in Betracht. 
Um die Pferdezucht nicht zu übergehen, sei kurz erwähnt, 
dass der einheimische Bestand an Pferden zwar eine langsame Zu- 
Schweine. 
Schafe. 
Pferde.
	        
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