Full text: Baugenossenschaften und der Berliner Spar- und Bauverein

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hat, kann seine Einlagen zurückverlangen, wovon im Jahre 
1900 allein 946 Mitglieder Gebrauch machten. Der "Verein 
hatte im Jahre 1867 222 Mitglieder, 10 Jahre später 7460 
und 1889 war die Mitgliederzahl auf 16 421 gestiegen. Der 
Verein hatte bis Ende 1883 523 Häuser im Werte von 3 690 441 
Kronen gebaut. Am 1. Januar 1901 besaß er 1173 Häuser. 1 ) 
Dieser Kopenhagen er Verein wurde als Vorbild ge 
nommen, als man im Jahre 1877 in Flensburg eine Bau 
genossenschaft gründete. Dieser Flensburger Arbeiterbauverein 
war jahrelang der einzige, der unter den ungünstigen Um 
ständen, die damals den Zusammensturz derartiger Organi 
sationen bewirkten, bestehen blieb. Als dann Ende der 80er 
und Anfang der 90er Jahre eine neue Blütezeit der Bau 
genossenschaften anfing, wurden sie dem Flensburger Verein 
nachgebildet. 
Eine neue Phase der Entwicklung setzte ein mit der 
Organisation des Hannoverschen Spar- und Bauvereins im 
Jahre 1886. 2 ) 
Die Gründung des hannoverschen Vereins bedeutet 
insofern eine neue Epoche in der Geschichte der Baugenossen 
schaften, als er das Prinzip, nur Mietshäuser zu bauen, welche 
Eigentum der Genossenschaft bleiben, rein durchführte. Bis 
dahin hatten die verschiedenen Bnugenossenschaften über 
wiegend kleinere Häuser gebaut, welche die Genossen als 
Eigentum zu erwerben strebten, nur vereinzelt bauten sie 
Mietshäuser, um die darin enthaltenen Wohnungen an die 
Genossen zu vermieten. Die Wohnungen, welche der hannover 
sche Spar- und Bauverein an seine Genossen vermietete, waren 
unkündbar und die Mieten konnten nicht gesteigert werden. 
Das war auch eine Neuerung, welche dieser Verein einführte, 
und welche auch für die spätere Entwicklung von besonderer 
Bedeutung gewesen ist. 
Der Bau von kleinen Häusern, die in das Eigentum der 
Genossen übergehen sollten, hatte als ein von den Baugenossen 
schaften zu verfolgender Zweck einige schwerwiegende Nach 
’) Statut und Geschäftsbericht. 
2 ) Schriften der Zentralstelle für Arbeiter-Wohlfahrtseinrichtungen.
	        
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