Full text : Baugenossenschaften und der Berliner Spar- und Bauverein

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war  es  ferner,  daß  von  vornherein  Mitglieder  der  verschiedensten ­
  Gesellschaftsschichten  vereinigt  wurden,  um  an  dem  gemeinsamen ­
  Werke  tätig  zu  sein.  Es  wurden  damit  dem
Verein  nicht  nur  wichtige  Hilfskräfte  und  größere  Mittel  zugeführt, ­
  sondern  es  wurde  auch  die  Wirksamkeit  des  Vereins
dadurch  vor  jeder  Einseitigkeit  bewahrt,  und  es  wurde  in  dem
Zusammenwirken  der  Vertreter  verschiedener  Gesellschaftsklassen ­
  ein  wichtiges  Erziehungsmittel  für  alle  Beteiligten
gefunden.  Man  hat  ja  von  jeher  die  Bedeutung  der  Genossenschaft ­
  hauptsächlich  auch  darin  gesehen,  daß  sie  auf  die  Genossen ­
  eine  erziehliche  Wirkung  ausübt,  und  es  läßt  sich
nicht  verkennen,  daß  der  Berliner  Spar-  und  Bauverein  in
dieser  Beziehung  großes  geleistet  hat.  Die  eigentliche  Verwaltung ­
  der  Genossenschaft  liegt  fast  ausschließlich  in  den
Händen  von  Mitgliedern,  die  dem  Arbeiterstande  angehören.
Die  Zusammensetzung  des  Vorstandes  und  des  Aufsichtsrates
bezweckt,  eine  möglichst  große  Anzahl  von  Arbeitern  an  der
Geschäftsführung  zu  beteiligen;  dazu  kommen  dann  noch  die
Hausverwalter  und  die  Inhaber  der  Zahlstellen,  die  auch  unmittelbar ­
  in  der  Verwaltung  tätig  sind.  Die  übrigen  Genossen
können  durch  die  Generalversammlung  ihren  Einfluß  auf  die
Geschäftsführung  geltend  machen.  Es  hat  sich  gezeigt,  daß
eine  derartige  Organisation  ein  wichtiges  Mittel  ist,  um  die
Arbeiter  zur  Selbstverwaltung  und  zur  Selbsthilfe  heranzubilden. ­
  Jede  Gelegenheit,  die  man  dem  Arbeiter  nach
dieser  Richtung  hin  zur  praktischen  Betätigung  auf  sozialem
Gebiete  eröffnet,  lenkt  ihn  ab  von  der  Verfolgung  utopistischer
Ideale  und  verkettet  ihn  inniger  mit  der  bestehenden  Gesellschaftsordnung. ­

Gustav  Sehmoller 1 )  hat  mit  Recht  darauf  hingewieseu,
daß  die  Wohnungsfrage  zum  großen  Teil  eine  erziehliche
Frage  ist,  und  daß  neben  den  wirtschaftlichen  Momenten  auch
die  psychologischen  Berücksichtigung  erfahren  müssen.  Es
handelt  sich  hier  zunächst  um  die  Ausbildung  des  Wohnbedürfnisses
  und  darum,  daß  der  Arbeiter  den  Besitz  einer
guten  und  gesunden  Wohnung  schätzen,  daß  er  Ordnung  und
Sauberkeit  aufrecht  erhalten  lernt  und  daß  er  es  lernt,  sich

'>)  Ein  Mahnruf  in  der  Wohnungsfrage,  1887.
            
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