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keine rauchenden Schornsteine, keinen Nebel, aber klare
Bergluft.
Die Temperatur von Colorado Springs ist nicht zu
warm im Sommer und nicht zu kalt im Winter. Während
man früher der Ansicht war, daß die Gleichmäßigkeit der
Temperatur sehr vorteilhaft für die Heilung der tuberkulösen
Erkrankungen sei, ist man jetzt auf Grund von besseren
Untersuchungsmitteln und von unzähligen Beobachtungen
überzeugt, daß Wechsel in der Temperatur, Trockenheit der
Luft vorausgesetzt, gute Abkühlung während der Nacht, höchst
anregend und heilfördernd wirken. Einer der besten Autoren,
Dr. Solly, sagt mit Bezug auf unser Klima, »daß eine
Atmosphäre ideal zu nennen sei, in der die Lungen kühle,
trockene Luft einatmen, während die Körperoberfläche durch
die Wärme und das Licht des hellen Sonnenscheins ange
nehm angeregt wird, und wo man während der Nacht,
Sommer und Winter, die Zimmerfenster ohne Gefahr weit
offen läßt, damit der Patient, unter einer warmen Decke
schlafend, die kalte, trockene Luft einatmet«. Für jeden,
der an »outdoor sports« und Training glaubt, und das sollte
heutzutage jeder Kulturmensch tun, ist dieser Wechsel in
der Temperatur, der hier sehr rasch und ausgiebig ist,
von größter Bedeutung. Der Effekt läßt sich gut mit dem
einer kalten Douche nach einem heißen Bad vergleichen.
Der Boden ist sandig, nicht alkalisch, und erlaubt daher
eine gute Oberflächen-Irrigierung durch den Regen. Der
Regen fällt nur 14,4 Zoll während des gesamten Jahres
(inklusive des geschmolzenen Schnees). Von Mitte Sep
tember bis Mitte April regnet es fast gar nicht und schneit
nur ausnahmsweise.
Die Winde kommen meistens vom Stillen Ozean,
treffen somit die Rückseite des Gebirges und ziehen über
die Stadt hin, ohne sie selbst zu berühren; die Winde
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