Contents: Sittlichkeit in Ziffern?

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Vierter Teil. 
Professionalanalyse der der Prostitution vorangegangenen 
Zeitperiode die erste Stelle ein. In den Jahren 1855, 18973, 
1898 ist in Berlin die Zahl der zuvor in der Industrie be- 
schäftigten Prostituierten von 71% über 64% auf 43% 
herabgesunken, während die Klasse der Dienstmädchen von 
7,x% über 35,7% auf 51,3% anstieg®?, Blaschko und 
Schnapper-Arndt haben aus dieser Tatsache sogar einen Beweis 
für die Irrigkeit der Lombrosianischen Theorien ableiten 
wollen, denn es sei in der Tat nicht einzusehen, weshalb in aller 
Welt die Zahl der „von Natur“ fehlerhaft veranlagten Indivi- 
duen gerade unter den weiblichen Dienstboten eine so beträcht- 
liche Höhe erreichen solle3, Bezeichnenderweise hat man in 
der Zeit des sich ausdehnenden Eisenbahnnetzes gehofft, diesen 
Zuzug von Mädchen vom Lande der Prostitution dadurch zu 
entziehen, daß man sie in den Bureaus der Verwaltungen als 
buralistes unterzubringen versuchte. 
In Süddeutschland sind es, trotz der allgemeinen Ehrbarkeit, 
die dort in diesem Berufe herrscht, vor allem die Kellnerinnen, 
die den größten Prozentsatz unter den Prostituierten stellen. 
Von 200 Karlsruher Kontrollmädchen waren in den Jahren 
1905 bis 1909: 85 früher Kellnerinnen, 19 Dienstmädchen, 
12 Fabrikarbeiterinnen und 12 Verkäuferinnen gewesen. Unter 
175 Münchener polizeilich eingetragenen Dirnen waren ur- 
sprünglich 50 Kellnerinnen, 32 Fabrikarbeiterinnen. 30 Dienst- 
mädchen, 16 Näherinnen 34a, 
Innerhalb der Prostitution selbst nimmt die Verliederlichung 
mit dem Grade des Losgelöstseins aus festen Verhältnissen zu. 
Auf der untersten Stufe steht die umherziehende Dirne, wie 
32 Blaschko, S. 23, 
3 Schnapper-Arndt, Sozialstatistik, S. 546. 
3 Du Camp, vol. III, p. 432. 
34a Neher, lL. ce.
	        
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