Full text : Das Land der unbegrenzten Möglichkeiten

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können.  In  solcher  jeden  einzelnen  beseelenden  Hoffnung
verschlägt  es  dem  amerikanischen  Arbeiter  nichts,  daß
weder  Staat  noch  Unternehmertum  ihn  mit  zwangsweiser ­
  oder  freiwilliger  Fürsorge,  mit  Wohlfahrtseinrichtungen ­
  umgeben  haben.  Kein  Industrieller  hat  ihn
nach  Art  der  Krupp  und  Stumm  mit  Wohnhäusern  versehen, ­
  keine  staatliche  Kranken-,  Unfall-,  Invaliditäts-  oder
Altersversicherung  nimmt  ihm  die  Sorge  für  die  Zukunft  ab
oder  erleichtert  sie  ihm.  Manchmal  hat  es  mir,  wenn  ich
in  Gesprächen  mit  diesem  oder  jenem  Arbeiter  oder  Angestellten ­
  von  Industriewerken  und  Verkehrsunternehmungen
auf  unser  vorbildliches  soziales  Versorgungswerk  hinwies,
fast  den  Anschein  erweckt,  als  wolle  man  drüben  das  alles
schon  um  deswillen  nicht,  weil  man  vermeint,  selbst  den
Schein  bekämpfen  zu  müssen,  als  sei  man  nicht  stark  genug,
sich  aus  eigener  Kraft  vor  den  Folgen  der  Krankheit  oder
der  Erwerbsunfähigkeit  zu  sichern.  Dem  amerikanischen
Arbeiter  würde  vielleicht  auch  die  zugewiesene  Wohnung
nicht  behagen,  und  noch  deutlicher  als  seine  deutschen  Berufsgenossen ­
  würde  er  in  seinem  ausgeprägten  und  aufrechten
Selbstbewußtsein  es  empfinden,  daß  ein  derartiger  Besitz,  so
Angenehmes  er  auch  mit  sich  bringt,  doch  zugleich  einen
nicht  immer  willkommenen  Druck  zum  Festhalten  an  dem
bisherigen  Arbeitsverhältnis  und  seinen  manchmal  einseitig
festgesetzten  Bedingungen  in  sich  schließen  kann.  Dabei
will  der  Arbeiter  drüben  wirtschaftlich  sein,  um  ein  eigenes
Haus  zu  erwerben,  es  nach  seinem  Geschmack  einzurichten
und  auszustatten.  Die  Höhe  des  Lohnes  gewährt  ihm  die
Mittel,  die  selten  vom  Trunk  aufgezehrt  werden,  und  die
Mittel  finden  gute  Verwendung,  wenn  auch  mancherlei  Abwechslung, ­
  die  der  amerikanische  Arbeiter  sich  selbst  bei
Befriedigung  täglicher  Lebensbedürfnisse  leisten  zu  können
glaubt,  dem  nur  deutsche  Verhältnisse  Berücksichtigen ­
            
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