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1901/1902, daß die großen korporativen Kapitalien („the
great corporal fortunes“) weder durch den Zolltarif noch
durch eine andere Regierungsaktion geschaffen, sondern in
folge natürlicher Ursachen in der Geschäftswelt entstanden
wären, die in der Union gerade so wirkten wie in anderen
Ländern. Für den Präsidenten bleibt daher — zumal bis
nach Beendigung der bevorstehenden kostspieligen Wahl
kampagne — eine ernsthafte Revision der Tariffrage außer
Betracht. Es ist dies für ihn ein „noli me tangere“; die
Trustmagnaten, die guten und allezeit mit großen Summen
hilfsbereiten Freunde der republikanischen Partei, darf er
nicht noch mehr vor den Kopf stoßen. Seine seitherige
„Fehdeansage“ haben sie, wie ich bereits gestreift habe,
„gewissermaßen überhört“. In dem neu errichteten Handels
ministerium — Department of commerce and labour —
ist eine besondere Abteilung unter der Leitung eines
„commissioner of corporations“ eingerichtet. Hier soll
die Trustfrage behandelt, sollen Fragebogen versandt
und soll Material gesammelt werden. Schließlich wird
man sich mit der öffentlichen Darlegung zufrieden geben,
die, nach der vom Kongreß noch zu verabschiedenden „Little-
fieldbill“, für die Geschäftsführung der Trusts wie aller
Aktiengesellschaften überhaupt gefordert wird. Dies ist,
neben den bereits an anderer Stelle von mir erwähnten
gesetzlichen Handhaben aus früherer Zeit, das Arsenal, dem
die papiernen Kanonenkugeln gegen die Trusts entnommen
werden dürften. Nach allen pomphaften Ankündigungen
ein bedeutungsloser Ausgang! Die Littlefieldbill verlangt
Klarstellung und ziffernmäßig begründete Angaben u. a.
darüber, welcher Art die Einlagen in die zu bildende Ge
sellschaft sind, ob diese Einlagen in barem Geld oder in
Werten erfolgten, und wie diese Werte berechnet worden
sind; desgleichen setzt die Bill genaue und gewiß zu