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Konsolidation schließt die Zusicherung ruhiger geschäftlicher
Entwicklung ein, sie bedeutet, daß man sich verpflichtet,
Frieden zu halten. Die enorme Kapitalisation der neuen
Korporation garantiert, daß kein Versuch gemacht werden
wird, uns zu unterdrücken. Das Stahlgeschäft des Landes liegt
bei erfahrenen Geschäftsleuten, zwischen denen keine per
sönliche Animosität herrscht. Die Besorgnis, die Stahl- und
Eisenproduktion des Landes werde der völligen Kontrolle des
neuen Stahltrusts unterliegen, ist aber unbegründet, denn in
Händen der außerhalb stehenden Firmen und Gesellschaften
liegt noch immer ein großer Teil solcher Produktion.“
Und auf meine Frage, welche Politik der Stahltrust
Europa und speziell Deutschland gegenüber zu führen beab
sichtige, antwortete Herr Schwab u. a.: „Solange Deutsch
land seinen hohen Zolltarif behält, können wir den dor
tigen Fabrikanten im Lande selbst nicht viel Konkurrenz
machen. Der einzige Artikel, den wir in großen Quantitäten
nach dort liefern, ist Draht, auch in Röhren liefern wir einiges
dorthin. Im ganzen machen wir indes nicht viel Geschäfte
mit Deutschland. Jedoch Deutschlands Außenmärkte werden
wir erwerben. Schon jetzt versenden wir ansehnliche Mengen
Draht über Antwerpen nach Holland, und genanntes Land
ist ein Hauptabsatzgebiet für das deutsche Fabrikat. Trotz
der höheren Löhne, die wir unseren Arbeitern zahlen,
können wir Exportware billiger hersteilen, als die deutschen
Fabrikanten solche Ware anbieten können, aber wir sind
gegenwärtig zu sehr durch Inlandgeschäfte in Anspruch
genommen. Wenn aber bei uns das Geschäft flau
werden sollte, werden wir unsere Fabriken dadurch im
Gange zu erhalten suchen, daß wir den Export for
cieren. Die hierfür nötigen Organisations-Einrichtungen
bedürfen im gegebenen Moment nur noch des Ausbaus.
Wollten wir allerdings alle unsere Produkte im Auslande