Bekehrungen.
33
jüngere weiß mehr zu berichten. Ich will das Wichtigste hervor
heben, da manches darunter geschichtliche Wahrheit sein kann.
Ausführlich wird berichtet, wie Buddha auf Wunsch seines Vaters
seine Heimatstadt Rapi1ava8tu besuchte, wobei viele Wunder ge
schahen. Historisch kann in der Erzählung sein, daß die adels
stolzen Sakyas von ihrem Verwandten, der als Bettelmönch auf
trat, nicht sehr erbaut waren. Sie erwiesen ihm anfänglich keine
Ehre, und niemand lud ihn zum Mittagessen ein. Als er am
folgenden Tage mit seinen Mönchen betteln ging, zeigte sich nie
mand, der ihm Speise gab. Sein Vater machte ihm die bittersten
Vorwürfe, daß er ihm die Schande antäte, als Bettler umherzu
gehen. Buddha beruhigte ihn aber, und 8uääbodaua erreichte
schließlich die höchste Stufe der Heiligkeit. Damals sah Buddha
auch seine Frau wieder, der er als Buddha noch besser gefiel wie
als Prinz, ebenso seinen Sohn Rähula, den die Mutter schickte,
um von Buddha sein Erbteil zu fordern. Buddha ließ den Rähula,
der damals sieben Jahre alt war, durch 8arixutra in den Orden
aufnehmen, was 8näälloäaoa sehr mißbilligte. Buddha tat dies
offenbar, um seinen Sohn um sich zu haben, eine Schwäche im
Sinne seiner Lehre, ein schöner Zug vom rein menschlichen Stand
punkte aus. Ferner nahm Buddha damals seinen Stiefbruder
Nanda als Mönch auf, sehr zur Betrübnis von dessen Braut.
Darauf wandte er sich wieder zurück nach Räjagpha. Auf dem
Wege dorthin, im Mangohaine von Anüpiya, wo er früher seinen
Wagenlenker zurückgeschickt hatte, erhielt der Überlieferung nach
seine Gemeinde eine sehr wichtige Vermehrung. Dort soll es ge
wesen sein, daß seine Vettern Auauäaund vsvaäatta, sowie
Auuruädlla und Upali in den Orden aufgenommen wurden.
Ananda scheint zunächst dem Buddha nur als Begleiter gefolgt
zu sein, ohne Mönch zu werden. Die jüngere Tradition sagt
ausdrücklich, daß er erst im zwanzigsten Jahre der Lehrtätigkeit
Buddhas von diesem fest angestellt wurde, und das stimmt zu den
alten Texten. In einem alten Werke, den Tboragatliäo, „Lieder
der Ältesten", sagt Anauäa selbst von sich, daß er erst 25 Jahre
vor Buddhas Tode die Mönchsweihe empfangen habe. Das ist
aber das zwanzigste Jahr der Lehrtätigkeit Buddhas. Aus dieser
und ähnlichen Angaben ersieht man, daß der jüngeren Tradition
nicht ohne weiteres jede Glaubwürdigkeit abzusprechen ist, da sie
offenbar oft auf ältere Quellen direkt zurückgeht. Ananäa hat
man den Johannes, Osvackatta den Judas Jscharioth des Bud-
ARuG 109: Pischel, Leben und Lehre des Buddha. S. Aufl. 3