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gehalten hat. Herr Werner verlangte, daß das greifbare Besitz
tum („tangible assets“) einer jeden korporativen Gesellschaft,
eines jeden Trusts nicht überkapitalisiert werden dürfe, und
er forderte, ohne daß damit Geschäftsgeheimnisse preis
gegeben werden sollten, die weitgehendste Öffentlichkeit, für
die staatliche Normen festzustellen seien. Im Zusammen
hang mit der Erörterung der Stellung der Arbeiter zu den
Trusts klangen seine Ausführungen in die nachstehenden
Sätze aus: „Die Fragen, die die großen wirtschaftlichen
Wandlungen der Gegenwart uns aufdrängen, können noch
nicht beantwortet werden. Ihre Lösung hängt von Be
dingungen ab, die noch embryonisch sind. Auf die wider-
spruchvollstenVoraussagen werden erst allmählich endgültige
Ergebnisse folgen. Daß die großen wirtschaftlichen Wand
lungen, deren Zeugen wir sind, mit unberechenbarer Macht
zum Guten wie zum Bösen beladen sind, kann kein Ver
nünftiger leugnen. Die Häufungen von Milliarden ziehen
den Rausch selbstsüchtiger und zügelloser Macht nach sich;
es wird aber die Zeit kommen, wo Mensch und Dollar in
tödlichen Streit miteinander geraten, und auf des Menschen
Seite wird der Sieg sein. Wenn anderseits die Geld
könige des zwanzigsten Jahrhunderts sich erinnern werden,
daß die Arbeiter die eigentlichen Produzenten sind, und
daß ohne sie kein dauerndes Gedeihen des Kapitals möglich
ist, so eröffnet sich uns der Ausblick auf eine einsichtige
und weise abwägende Erkenntnis der gegenseitigen Interessen
und Rechte; und das Ergebnis wird sein, daß Kapital und
Arbeit, anstatt gegeneinander in Schlachtordnung zu stehen,
zusammen arbeiten zum allgemeinen Besten.“ —
Nicht minder anregend als die Vorlesung des Herrn
Werner war für mich ein Diskussions-Abend, den die
„Free Trade League“ in Boston — wenige Wochen später,
im Dezember 1901 — in Sachen des Spiegelglas-Trusts