Full text: Die Bodenreform im Lichte des humanistischen Sozialismus

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Die Verstaatlichung der Bergwerke. 
Wie man sieht, beträgt die Grubengerechtsame, d. h. 
hier die künftig mögliche Ausbeute, welche in Rechnung 
gesetzt ist, 2 la des gesamten Aktienkapitals. Dazu kommt 
nun noch, daß die Aktien mit 130, also mit einem recht 
ansehnlichen Agio über den Nennwert, ausgegeben wurden, 
das den Gründern in die Taschen fiel. Wie hier, so ist- 
es mit anderen Gründungen in Gruben und industriellen 
Anlagen ergangen. Konnte die Verstaatlichung der Eisen 
bahnen vor der kapitalistischen Gesellschaft mit der Not 
wendigkeit „entschuldigt“ werden: die Bahnen aus stra 
tegischen Gründen in einer Hand zu vereinen, so hört das 
Versteckenspiel jetzt auf. Hier muß die Regierung klar 
die Ziele, welche einen durchaus sozialistischen — nicht 
sozialdemokratischen Zug tragen, bekennen. Sie wird zeigen 
müssen, daß sie in Wahrheit den Bruch mit dem Kapita 
lismus vollzogen hat, daß sie durch zielbewußte organische 
Reformen die Menschheit neue Wege führen will. 
Wir hoffen, daß der Handelsminister, Herr v. Berlepsch, 
die notwendigen Konsequenzen aus seinem den Zechen 
zugegangenen Antwortschreiben ziehen wird, daß die Staats 
regierung die Bergwerke nicht lange mehr „Gegenstand 
privater geschäftlicher Unternehmungen“ sein 
lassen wird. 
Tm Frühjahr dieses Jahres nämlich hatte der Minister 
Herr v. Berlepsch einen Brief an die Handelskammern ge 
richtet, in welchem ausgeführt wurde, daß der dringende 
Verdacht geäußert worden sei, die Kohlenzechen hätten 
den Wagenmangel nur vorgeschützt, um sich ihren Vertrags- 
Verpflichtungen zu entziehen. Außerdem hätten sie an das 
Ausland billiger verkauft als an das Inland. Die Handels 
kammern wurden zu einer Untersuchung dieser Anklage 
aufgefordert. Diese Untersuchung hat stattgefunden, und 
den Erfolg derselben gibt der Minister in dem nachstehendem 
bemerkenswerten Schreiben bekannt:
	        
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