großer Bedeutung sind diese Überlegungen für alle Be-
triebe, deren Fabrikate eine lange Durchlaufszeit haben, da
man sonst zu ganz falschen Ergebnissen gelangt. Manche
Unternehmungen gehen dabei so weit, daß sie jede einzelne
Werkstatt als ein besonderes Unternehmen auffassen, das
seine Fabrikate an ein Zwischenlager oder an die nächste
Werkstatt abliefert und gewissermaßen selbständig ab-
rechnet. Solche Betriebsabrechnungen pflegen sehr ver-
wickelt zu werden, weswegen wir hier nicht näher auf sie
eingehen wollen. Aber auch bei den einfachsten Methoden
der Erfolgsrechnung muß die Bewegung der Halbfabrikate
ständig mit erfaßt werden.
f) Betriebsbuchführung und Hauptbuchführung
Alle Vorgänge der Betriebsabrechnung, wie wir sie bisher
kennengelernt haben, pflegen in einer besonderen Betriebs-
buchführung zusammengefaßt zu werden. Nun besitzt jedes
Unternehmen eine Hauptbuchführung, welche die kaufmän-
nischen Unterlagen für die Bilanz und die Erfolgsrechnung
sammelt. Nichts wäre verkehrter, als beide Buchführungen
nebeneinander ohne den engsten Zusammenhang bestehen
zu lassen. Hier ist einer der wichtigsten Berührungspunkte
zwischen den kaufmännischen und den rein betrieblichen
Vorgängen und mit Recht wird daher von allen Betriebs-
wirtschaftlern der innigste Zusammenhang zwischen beiden
Buchführungen gefordert.
Die Betriebsbuchführung empfängt ihre ersten Unterlagen,
nämlich die Summe der Rohstoffvorräte und sonstigen
Lagervorräte, der ausgezahlten Gesamtlöhne und der Ge-
samtunkosten, von der Hauptbuchführung. Sie arbeitet das
gesamte Gebiet der Fabrikation und ihrer Kosten durch und
bereitet diese Ziffern so vor, daß sie jeden Einblick in die
inneren Betriebsvorgänge gestatten. Schließlich liefert sie
ihre Schlußziffern, nämlich den Fabrikationserlös, den Wert
der Fertigwaren und der Halbfabrikate sowie den Selbst-
kostenwert der einzelnen Kostenträger (Aufträge) wieder an
die Hauptbuchführung ab. Der durch die natürliche Or-
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