von je 100 Mitgliedern entfielen
Westpreußen auch eine Abnahme der Genossenschaftsmitglieder
zu verzeichnen. In allen übrigen Provinzen ist eine erhebliche
Zunahme zu bemerken. Die Neuwiedei 1 Genossenschaften sind
gegen das Jahr 1899 im Durchschnitt in den Provinzen
Brandenburg, Sachsen und Hessen-Nassau zurückgeblieben.
Westfalen hat gar keine Neuwieder Genossenschaften.
Die Tabelle IV des Tabellenwerkes gibt Aufschluß über
die Haftpflichtart der den drei großen Verbandsgruppen ange
schlossenen Genossenschaften.
Die Genossenschaften mit unbeschränkter Haftpflicht
herrschen sowohl in dem Schulze-Delitzsehen Verbände, wie
auch in dem Reichsverbande und in dem Neuwieder Verbände
vor. bei Neuwied fast ausschließlich, wie sich das aus der
geschichtlichen Entwickelung . und den grundsätzlichen An
schauungen in diesen Verbänden ergibt; indessen ist die
beschränkte Haftpflicht auch in diese Genossenschaftskreise
immer mehr eingedrungen, selbst bei dem Neuwieder Verbände.
In allen übrigen Verbänden zusammen überwiegt die Form
der beschränkten Haftpflicht.
Bei Unterscheidung der Haftpflichtart zeigt sich auch in
der durchschnittlichen Stärke der Genossenschaften in neuester
Zeit eine bemerkenswerte Verschiedenheit der Verbände.
Bei Fortlassung der Form der unbeschränkten Nachsehußpflicht
betrug die durchschnittliche Mitgliederzahl ,
der
. Genossenschaften
I. den Sclmlze-Delitzschen Unterver
bänden
II. den Provinzial-Verbänden des Reichs-
verbandes der deutschen landw. Gen.
III. dem Gcneralv'erband ländlicher J 1399
Genossenschaften (Neuwied) t 1904
i:
c
899
904
899
9°4
m. u. H.
m. b. H
472
570
504
484
66
65
87,
77
79
78
93
120;
auf
bänden
II. den Provinzial-Verbänden des Reichs- f 1899 68,97
Verbandes der deutschen landw. Gen. 1 1
III. dem Generalverband ländlicher f 1
Genossenschaften (Neuwied) I 1
Auch die Höhe der Haftpflicht der Mitglieder bei den
Genossenschaften mit beschränkter Haftpflicht ist in den
! Verbänden sehr verschieden. Es betrug
Genossenschaften
m. n. H. m. b. H.
1 899
51,96
47,67
I9°4
51,08
48,57
1899
68,97
27,32
1904
70,53
27,20
1899
96,67
3,26
1904
90,96
8,97.
in
die
Gesamt-
die Zahl
der
die durch
schnittliche
Haftsumme
liaftsumme
Geschäfts
für den Ge
1 I.
den Schulze-Delitzschen (1899
M
50 525 645
anteile
schäftsanteil
Jl
Unterverbänden .... U904
80 132 197
245 077
327
II.
den Provinzial-Verbän- fis99
55 791 550
.
dendesReichsverbandes 11904
111 779 281
440 813
254
III.
dem Generalverband ) 1399
2 711 360
ländl. Gen. (Neuwied) I1904
13 989 370
61910
226.
Die Verbände unterscheiden sich, was den Gegenstand
des Unternehmens der ihnen angehörigen Genossenschaften
anlangt, bekanntlich sehr von einander. Schon dadurch er
klären sich die Unterschiede in der Haftsumme für den Ge
schäftsanteil und auch in der Mitgliederzahl. Da ferner die
grundsätzlichen Anschauungen und die Praxis bei ihnen z. T.
erheblich von einander abweichen, liegt darin ein weiterer Grund
für die vorgeführten Verschiedenheiten, die eben deshalb in
ihrer Art recht kennzeichnend für die Verbände sind.
III. Abstufung“ der Geschäftsanteile bei den preussischen Genossenschaften
am 1. Januar 1904.
1. Abstufung der Geschäftsanteile nach der Haftpfiichtart
der Genossenschaften,
Die Geschäftsanteile sind aus wirtschaftlichen Gründen
eine sehr wichtige Seite der genossenschaftlichen Einrichtungen,
und die Statistik darüber hat einen besonderen genossenschafts-
politischen Wert. Aber weil die Höhe der Geschäftsanteile
nicht für alle Gegenstände genossenschaftlicher Unternehmung ;
von gleicher Wichtigkeit ist, in manchen Fällen sogar hinter
der Bedeutung anderer Bedingungen erheblich zurücktritt, ist,
die statistische Nachweisung der Abstufung der Geschäfts
anteile nicht bloß für die Gesamtheit der Genossenschaften,
sondern auch mit Unterscheidung nach dem Gegenstände des ;
Unternehmens zu geben. Demgemäß ist die Auszählung der I
Höhe der Geschäftsanteile nach beiden Richtungen erfolgt.
Das Ergebnis ist in der Tabelle V des Tabellenwerkes nieder
gelegt.
Die Höhe des Geschäftsanteils schwankt bei der Gesamt- i
heit der preußischen Genossenschaften zwischen 0,io Jl und
20 000 Jl. Sie ist in 86 verschiedenen Beträgen festgesetzt.
Bei einer Genossenschaft war die Höhe des Geschäftsanteils
unbestimmt; ihre Auflösung wurde vorbereitet. Am meisten
besetzt ist der Geschäftsanteil von 10 Jl mit 3 051 Genossen
schaften.
Die umstehende Tabelle 7 veranschaulicht, welche Ge
schäftsanteile bei den preußischen Genossenschaften am meisten
vertreten sind.
In der Vorspalte der Tabelle 7 sind nur die Geschäfts
anteile aufgeführt, die von mehr als 100 Genossenschaften
festgesetzt sind.
Bei der Gesamtheit der Genossenschaften sind am i
meisten beliebt (d.b. stehen an 1. bis 3. Stelle) die Geschäftsanteile: !
10.« (3051 Gen.). 100 Jl (1422 Gen.) und 5 Jl (13.70 Gen.).
Das gleiche Stufenverhältnis ist auch bei den Genossenschaften
mit unbeschränkter Haftpflicht vertreten. Bei den Genossen
schaften mit beschränkter Haftpflicht stehen an 1. bis 3. Stelle
die Geschäftsanteile: 5 Jl (467 Gen.), 100 Jl (456 Gen.) und
10 JL (436 Gen.). Bei den Genossenschaften mit unbeschränkter
Nachschußpflicht sind in den ersten 3 Stellen besetzt die Ge
schäftsanteile: 10 Jl (21 Gen.), 100 M (21 Gen.) und 20 Jl
(17 Gen.).
Die Auszählung der Genossenschaften nach Geschäfts
anteilsgruppen gibt ein besonders lehrreiches Bild; sie ist in
der umstehenden Tabelle 8 gegeben.
Die obere Grenze jeder Gruppe und die auf runde
Beträge bemessenen Geschäftsanteilsätze sind in der Regel
besonders stark besetzt, die untere Grenze dagegen besonders
schwach; das aus der unteren und oberen Grenze jeder Gruppe
gebildete Mittel darf deshalb nicht etwa als durchschnittlicher
Geschäftsanteil angesehen werden, was hier ausdrücklich her
vorgehoben wird.
Der Zahl der Genossenschaften und Mitglieder nach ist
die stärkstbesetzte Gruppe der Geschäftsanteile die von über
5 —10 Jl; es gehören zu ihr 25,ie v. H. der Genossenschaften
und 19,09 v. H. der Mitglieder; zur nächst niedrigen Stufe
von über 2 — 5 Jl gehören ferner 19,56 v. H. der Genossen
schaften und 12,63 v. H. der Mitglieder. Nimmt man die beiden
niedrigsten Stufen bis zu 2 Jl hinzu, so zeigt sieb, daß nahezu
die Hälfte aller Genossenschaften, nämlich 49,si v. H.. auf der
Grundlage der niedrigen Geschäftsanteile bis zu 10 M errichtet
und daß an ihnen 36,io v. H. aller Mitglieder beteiligt sind.
In der Stufe von über 10 — 20 M finden sieb 6,u v. H. der
Genossenschaften und 9.so v. H. der Mitglieder. Den mittleren
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