Full text: Die englische Agrarenquete von 1913

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Fünfter Teil. 
Boden höhere Erträge abzuringen, zweitens weil sie den Arbeiter speziell 
befähigen wird, sich zum Small Holder aufzuschwingen. Wir haben 
bereits auseinandergesetzt, daß sich zu den vielen äußeren Schwierig 
keiten für die Selbständigmachung des Landarbeiters noch die innere 
gesellt, daß es ihm an den dafür notwendigen Kenntnissen gebricht. 
Eine erschöpfende Behandlung des ländlichen Bildungswesens würde 
ein ganzes Buch für sich erfordern; hier können nur einige Schlaglichter 
geliefert werden. 
1907 hatte das Ackerbauministerium eine Kommission für das Fach 
bildungswesen eingesetzt. Sie befaßte sich ausschließlich mit den Fach 
schulen, nicht mit den Volksschulen und Fortbildungsschulen. Ihr 1908 
erschienener Bericht gab sehr wertvolle Hinweise auf Grund der im 
Auslande gemachten Beobachtungen. Bald darauf behandelten das 
Schulniinisterium und das Ackerbauministerium gemeinsam die Frage 
des gesamten ländlichen Bildungsmesens, also einschließlich der Volks 
schulen. Eine Reihe wertvoller Publikationen zwischen 1910 und 1913 
war das Resultat. Praktisch hat das zur Folge gehabt, daß die Kom 
petenzen neuerdings so geteilt worden sind, daß das niedere Schul 
wesen dem Schulministerium, die höheren Fachschulen dem Ackerban 
ministerium unterstellt sind. Mit der Förderung der letzteren ist nebenher 
eine Development Commssion betraut. Sie hat pro Jahr 1 Million 
Mark zur Verfügung gestellt, die den in elf Forschungsgebiete geteilten 
wissenschaftlichen Anstalten zugute kommen. 
Jeder dieser ist ein besonderes Gebiet zugewiesen; sie stehen zum Teil 
ganz selbständig da, wie zum Beispiel das altbekannte Rothamstead, zum 
Teil sind sie angeschlossen an die zwölf das ganze Lehrgebiet um 
fassenden höheren landwirtschaftlichen Lehranstalten, die ihrerseits wieder 
teils selbständig bestehen, teils mit Universitäten verbunden sind. 
Nun darf aber nicht außer acht gelassen werden, die Resultate dem 
praktischen Landwirt zugänglich und nutzbar zu machen. Dies muß 
von den zwölf als wissenschaftliche Zentren gedachten Oollege8 aus ge 
schehen. Besondere Fonds existieren für Popularisierung der Lehre von 
hier aus in dem dem College zugewiesenen Bezirk. Für die Zeit von 
vier Jahren sind 6,6 Millionen Mark dafür ausgeworfen, Farminstitute 
oder Farmschulen *) einzurichten und zu unterhalten. Die Development 
Commi88ioner8 denken dabei an kürzere Unterrichtskurse, sei es am Orte 
ft Teils unseren Winterschulen, teils unseren Ackerbauschulcn ähnlich.
	        
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