Full text : Staatspapierkurs und Versicherungsgesellschaften

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in  Höhe  von  25  o/<j  ausgingen,  der  allerdings  zu  hoch  erscheinen
würde. ;  Auch  wären  die  in  der  Praxis  angestellten  Berechnungen
Über  die  entstehenden  Verluste  nicht  nur  deshalb,  sondern  auch
aus  dem  weiteren  Grunde  übertrieben,  weil  die  Differenz  in  den
Erträgen  der  jetzt  in  den  Händen  der  genannten  Gesellschaften
befindlichen  iWerteund  den  Erträgen,  die  von  den  Staatspapieren
zu  erwarten  seien,  in  Wirklichkeit  nur  V2 0 / 0 >  nicht  wie  häufig  angenommen ­
  werde,  2 / 3 °/o  betrüge.  Außerdem  würden  bei  den
von  den  Gesellschaften  aufgemachten  Berechnungen  in  der
Regel  nur  die  für  sie  ungünstigen  Jahre  in  Betracht  gezogen.
Die  Kursgewinne  in  den  Jahren  mit  steigenden  Kursen  blieben
unerwähnt.  In  längeren  Zwischenräumen  glichen  sich  indessen.
Gewinne  und  Verluste  ziemlich  aus.
Diese  Bemerkungen  entkräften  nach  keiner  Richtung  die
schweren  Bedenken,  die  gegen  die  Erstreckung  des  Anlagezwanges ­
  auf  die  Versicherungsgesellschaften,  insbesondere  auf
die  Lebensversicherungsanstalten  geltend  gemacht  werden  müssen. ­
  Bei  der  Größe  der  Kapitalwerte,  auf  die  sich  die  Zinsdifferenz ­
  von  1/2°/°  bezieht,  kann  man  sich  selbst  ausrechnen,
welche  Zinssummen  im  Laufe  der  Jahre  den  Gesellschaften,
also  den  Versicherten,  verloren  gehen.
Für  die  Behauptung,  daß  der  Staatspapierbesitz  nicht  immer
Kursverluste  bringt,  sondern  aus  ihm  auch  einmal  Kursgewinne
entstehen  können  und  sich  im  Laufe  einer  längeren  Beobachtungsperiode ­
  Kursgewinne  und  -Verluste  ausgleichen,  wird  ein
für  Deutschland  schlüssiger  Beweis  nicht  erbracht.  Wer  eine
derartige  Kapitalanlagevorschrift  für  Deutschland  empfiehlt,  von
dem  muß  verlangt  werden,  daß  er  sie  auch  durch  deutsche
Statistiken  begründet.  Nun  sind  sich  die  Finanzpolitiker  und
volkswirtschaftlichen  Schriftsteller,  die  sich  mit  dieser  Materie
befaßten,  einig  in  der  Überzeugung,  daß  in  absehbarer  Zeit  an  ein
Steigen  der  Staatspapierkurse  nicht  zu  denken  ist.  Schwarz
selbst  gibt  dies  zu. 1 )  Man  wifd  im  Gegenteil,  wenn  die  wirtschaftliche ­
  Entwicklung  in  Deutschland  die  Wege  weitergeht,
die  sie  in  etwa  den  letzten  drei  Jahrzehnten  verfolgt  hat,  eher

*)  a.  a.  O.  S.  37.
            
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