Full text : Staatspapierkurs und Versicherungsgesellschaften

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Man  sieht  sofort,  daß  der  deutsche  Prämieneinnahme-Überschuß ­
  der  Hauptsache  nach  eine  Folge  der  weiten  Verbreitung!
der  deutschen  Feuerversicherung  im  Auslande  ist.  Ganz  anders!
stehen  dagegen  diejenigen  Versicherungszweige  da,  für  die  die
Kapitalanlagevorschrift  am  meisten  Bedeutung  besitzt.  In  der
Unfall-  und  Haftpflichtversicherung  ist  das  deutsche  Geschäft
ausländischer  Gesellschaften  schon  jetzt  fast  doppelt  so  groß,
wie  das  ausländische  deutscher  Unternehmungen,  und  in  der
Lebensversicherung,  die  am  meisten  durch  den  Kapitalanlagezwang ­
  geschädigt  werden  würde,  haben  die  ausländischen  Versicherer ­
  sich  bereits  heute  als  recht  gefährliche  Wettbewerber
erwiesen.  Ihr  Geschäft  bleibt  nicht  erheblich  hinter  demjenigen
der  deutschen  Gesellschaften  im  Ausland  zurück.  Der  Überschuß ­
  der  Prämieneinnahme  bezifferte  sich  im  Jahre  1910
auf  nur  7,2  Millionen  Mark  zugunsten  der  deutschen  Gesellschaften. ­
  Es  ist  von  Interesse,  in  diesem  Zusammenhang  Klarheit ­
  darüber  zu  gewinnen,  welche  fremden  Nationen  am  deutschen ­
  Lebensversicherungsgeschäft  am  meisten  interessiert  sind.
Nachstehende  Übersicht  läßt  dies  erkennen:

Deutscher  Bestand  ausländischer  Gesellschaften
Große  Lebensversicherung  im  Jahre  1910

Nationalität  der
Gesellschaften

Versicherungsumme

4  Amerikan.  Ges.

500  319  741

1  Dänische  Ges.

8  648  568

2  Englische  Ges.

6130916

2  Franzos.  Ges.

23  526  702

2  Niederl.  Ges.

112  850  538

7  Österr.'Ung.  Ges.

245  282  854

3  Schweiz.  Ges.

129  706  607

Unter  den  ausländischen  Wettbewerbern  stehen  mithin
weitaus  an  erster  Stelle  die  amerikanischen  Gesellschaften,
ihnen  folgen  in  erheblichem  Abstande  die  österreichischen,
schweizerischen  und  niederländischen  Unternehmungen.  Man
kann  sich  daher  eine  Vorstellung  davon  machen,  welche  Nationen
            
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