INK
DAS HOTEL- UND GASTGEWERBE
25. UNZWECKMÄSSIGE WERBEBROSCHÜREN
PRIVATER VERLEGER
In den vorhergehenden Kapiteln habe ich nur von Prospekten,
Broschüren und Werbeschriften gesprochen, welche die Hotel-
besitzer oder die Werbeleiter von Bädern, Kurorten und
Fremdenverkehrsstädten selbst ausarbeiten und herstellen
lassen. Nun gibt es aber auch noch eine andere Sorte von
Werbeschriften, auf deren technische Ausgestaltung die eben
genannten Stellen keinen oder nur geringen Einfluß haben,
obwohl sie daran sehr lebhaft interessiert sind. Ich meine jene
Bücher, Sammelwerke und dergleichen, die rein spekulativen
Absichten ihren Ursprung verdanken und gewöhnlich von
irgendeinem Privatverlag, oft von einer Druckerei, auf den
Markt gebracht werden. Mit ihnen will der spekulative Verleger
möglichst viel Geld verdienen. Für ihn kommt der Endzweck,
dem Kurort oder der Stadt neue Fremde zu werben und den
Hotels recht viele Gäste zuzuführen, erst in zweiter oder dritter
Linie. Da aber gerade die Hotelbesitzer zu den Herstellungs-
kosten solcher Bücher oder Broschüren fast immer den Löwen-
anteil beizutragen haben, entweder durch Aufgabe kostspieliger
Inserate oder durch vertragliche Zusicherung der Abnahme
eines größeren Quantums des Buches, dessen äußere und innere
Gestaltung die Hotelbesitzer beim Vertragsabschluß oft gar
nicht kennen, so erscheint es mir wichtig und notwendig, über
diese Formen der Propaganda ein paar Worte zu sagen. Am
besten ist es wohl, wenn ich auch in diesem Fall ein Beispiel
aus dem praktischen Leben heranziehe.
Vor mir liegt ein 160 Seiten starkes Büchlein, betitelt
„Dresden im Bild — Views of Dresden‘, Herausgeber der
Verlag Dr. Oskar Spohr in Dresden-A. Es enthält der Titelseite
zufolge zirka 100 künstlerische Bilder von Dresden und seiner