fullscreen: Das Hotel- und Gastgewerbe

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DAS HOTEL- UND GASTGEWERBE 
des Fremdenverkehrs muß deshalb ganz besondere Vorsicht 
walten. Nur der beste ist der richtige Mann! 
In dem Abschnitt „Verhängnisvolle Wettbewerbe und Preis- 
ausschreiben“ schildere ich an Beispielen aus der Praxis, wie 
man Preisaüsschreiben nicht veranstalten soll. Diese lehrreichen 
Beispiele empfehle ich nachdenklicher Beachtung überall da, 
wo die Anstellung eines Kurdirektors oder Verkehrsbureau- 
Jleiters zur Debatte steht. Es zeigt, wie ungeschickter blinder 
Eifer einem Kurorte ganz ungeheueren Schaden zufügen kann. 
Schauen wir uns ein wenig in der Welt um. Man hat die 
Verkehrswerbung in fast allen europäischen Reiseländern auf 
große Höhe gebracht und handhabt dieses empfindliche Instru- 
ment mit einer Leidenschaft, die, sagen wir, nachahmenswert 
ist. Staat und Gemeinden unterstützen und fördern in vielen 
Ländern diese Werbetätigkeit mit bedeutenden Mitteln. Also 
allerschärfste Konkurrenz. Ihr wirksam zu begegnen, sie zu 
schlagen, wäre erstes Erfordernis, daß an alle die Posten, deren 
Träger zur Erfüllung jener Aufgaben berufen sind, nur wirk- 
liche „Werbeanwälte‘“, Männer mit weitem Blick, mit tüchtig- 
ster Schulung, mit angeborenem Verständnis für die Belange 
und Notwendigkeiten des Fremdenverkehrs und der Reklame, 
gestellt werden. Männer, die nicht erst lernen müssen, sondern 
die schon ausgelernt haben und anderen lehren können. 
Auf eines muß ich noch hinweisen. Die Dotierung des Kur- 
direktorpostens pflegt nicht immer Hand in Hand mit den 
Anforderungen zu gehen, die an den Mann gestellt werden. Es 
mag auf Erinnerungen aus einer nun verklungenen Zeit 
beruhen, da als Kurdirektor gewöhnlich ein pensionierter 
Offizier oder höherer Verwaltungsbeamter gewählt wurde. Man 
legte den Hauptwert auf persönliche Repräsentanz und gesell- 
schaftliche Gewandtheit. Der Genießer einer staatlichen Pension 
kann ein Nebenamt, wie es der Kurdirektorposten früher 
meistens war, mit anderen Augen betrachten als beispielsweise 
ein moderner Werbefachmann, der darin seinen Erwerb und 
seinen Lebensberuf sieht. Industrie und Handel besolden ihre 
tüchtigen Werbefachleute gut, sehr oft sogar glänzend. Will 
man für die Werbung der Hotels, Kurorte und des Fremden- 
verkehrs kundige Fachleute heranziehen — ich rate dringend 
dazu — so muß mit der seither üblich gewesenen Besoldungsart 
gebrochen werden. Es würde den Kurorten sicher nicht zum 
Schaden gereichen.
	        
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