Full text: Die Untersuchung landwirtschaftlich und gewerblich wichtiger Stoffe

Untersuchung von Gesteinen und deren Verwitterungs-Erzeugnissen. 
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b) Quantitative Bestimmung der pllanzenschädlichen Stoffe. 
Um die Zersetzungserzeugnisse des Schwefeleisens, schwefelsaures Eisenoxydul 
und freie Schwefelsäure, der Menge nach zu bestimmen, werden die Proben mit 
Wasser ausgezogen und die in den wässerigen Auszügen gelösten Bestandteile er 
mittelt. Es sind darin stets vorhanden: Kali, Natron, Kalk, Magnesia, Schwefel 
säure, Chlor, bisweilen geringe Mengen Kieselsäure und Eisenoxydul, in den 
wässerigen Auszügen aus Moor zudem noch gelöste organische Stoffe. Aus 
den mit schädlichen und unschädlichen Sanden seitens der Moor-Versuchs-Station 
angestellten vergleichenden Untersuchungen geht hervor, daß man zu durchaus 
sicheren Ergebnissen gelangt, wenn man das Chlor als an Natrium bezw. Kalium, 
den Rest der Alkalien, Kalk und Magnesia, an Schwefelsäure gebunden berechnet; 
die übrig bleibende Schwefelsäure ist dann an Eisenoxydul gebunden oder in freiem 
Zustand zugegen. Die in den Wasserauszügen aus unschädlichen Sanden vor 
handenen Basen reichen aus, um die vorhandene Säure zu neutralisieren; in den aus 
schädlichen Sanden waren nach Bindung der Alkalien und alkalischen Erden noch mehr 
oder weniger beträchtliche Mengen Schwefelsäure an Eisenoxydul gebunden oder in 
freiem Zustand vorhanden. Wenngleich bei den Auszügen aus Moorproben wegen der 
in der Lösung vorhandenen humussauren Salze die Menge der nach dem angegebenen 
Verfahren gefundenen freien oder an Eisenoxydul gebundenen Schwefelsäure zu niedrig 
gefunden wird, weil die Basen der humussauren Salze als an Schwefelsäure gebunden 
berechnet werden, so dürfte dadurch kaum dem praktischen Wert des Verfahrens 
Abbruch geschehen, da anzunehmen ist, daß die humussauren Alkalien oder Erdalkalien 
sich mit dem schwefelsauren Eisenoxydul im Boden bald zu humussaurem Eisen 
oxydul und Sulfaten der Alkalien, des Kalkes, der Magnesia umsetzen und dadurch 
die nach obiger Berechnung nicht gefundene Menge freier oder an Eisenoxydul ge 
bundener Schwefelsäure ganz oder größtenteils unschädlich wird. Der Fehler fällt 
beim Vorhandensein größerer Mengen schädlich wirkender Schwefelsäure übrigens 
kaum ins Gewicht. 
Quantitative Bestimmung des Schwefeleisens. Dieselbe wird nach 
dem S. 40 u. f. beschriebenen Verfahren von M. Fleischer ausgeführt. Es empfiehlt 
sich, beim Glühen von Moorboden im Glasrohr die Luft durch reinen Sauerstoff zu 
ersetzen, um eine vollkommene Verbrennung zu erzielen; anderenfalls kann mangels 
Sauerstoffs ein Teil des Schwefels unzersetzt bleiben. 
Schließlich kann man, um sich von der Unschädlichkeit eines Bedeckungs 
materials zu überzeugen, einen Keimversuch in demselben anstellen. Pflanzen 
schädliche Stoffe machen sich bald durch das Absterben der jungen Pflänzchen in 
kennzeichnender Weise bemerkbar. 
Durch entsprechende Mengen von gebranntem oder kohlensaurem Kalk gelingt 
es, die aus Schwefeleisen herstammenden pflanzenschädlichen Stoffe unwirksam zu 
machen. 
Untersuchung von Gesteinen und deren Verwitterungs- 
Erzeugnissen. 
Für die Untersuchung der Gesteinsarten und deren Verwitterungserzeugnisse 
lassen sich kaum allgemein anzuwendende Verfahren angeben. Dieselben richten 
sich einerseits nach der Art des Gesteins, andererseits nach dem Zweck der Unter 
suchung. Soll durch die Untersuchung nur der landwirtschaftliche Nutzungswert der 
Gesteine und deren Verwitterungserzeugnisse ermittelt werden, so verfährt man im 
Landwirtschaftliche Stoffe, 3. Auflage. 7
	        
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