100 Untersuchung von Gesteinen und deren Verwitterungs-Erzeugnissen.
diesem Verfahren auf ihren Gehalt an Quarzsand untersuchen, nur ist es in diesem
Talle notwendig, erst die organische Substanz (Humus) zu entfernen und eine noch
etwas größere Menge von Phosphorsäure anzuwenden.
6. Bestimmung der kohlensauren Verbindungen. Sind dem Gestein kohlen
saure Salze heigemengt, so lassen sich diese durch Behandeln mit Essigsäure, unter
Umständen auch mit verdünnter Salzsäure oder Salpetersäure entfernen, ohne daß
die sonstigen Gemengteile eine Veränderung erleiden. Die Menge der kohlensauren
Salze erfährt man durch eine Bestimmung der in der sauren Lösung vorhandenen
Basen (durchweg Kalk, Magnesia, Eisenoxydul usw.), wobei der unter „Boden“
S. 24 u. ff. beschriebene Gang innegehalten werden kann.
7. Bestimmung der Schwefelverbindungen. Bei Gegenwart von Schwefel-
metallen bestimmt man die Menge des Schwefels entweder durch Zusammenschmelzen
von 1 Teil Substanz mit 6 Teilen wasserfreiem Natriumkarbonat und 4 Teilen
reinem Salpeter oder auf nassem Wege durch Vermengen der fein gepulverten
Substanz mit chlorsaurem Kalium und Zusatz von konzentrierter Salzsäure in kleinen
Mengen. Vergl. unter „Boden“ S. 39.
8. Bestimmung des Eisenoxyduls. Zur Bestimmung des Eisenoxyduls genügt
in den meisten Fällen eine Aufschließung des fein gepulverten Gesteins mit
Schwefelsäure in zugeschmolzenen Glasröhren; bei sehr schwer zersetzbaren Silikaten
erhitzt man die sehr fein gepulverte Substanz mit reiner Flußsäure und mäßig
verdünnter Schwefelsäure in zugeschmolzenen Röhren von böhmischem Kaliglas.
Die erhaltene schwefelsaure Lösung wird nach S. 24 mit Kaliumpermanganat titriert.
Um bei dem letzten Aufschließungsverfahren recht genaue Ergebnisse zu erhalten,
werden in einer zweiten Probe gleiche Mengen Flußsäure und Schwefelsäure für
sich allein in einer gleichen Glasröhre genau so behandelt, die zur Rotfärbung
dieser Flüssigkeit erforderliche Menge Kaliumpermanganat ermittelt und von der
ersten für das aufgeschlossene Gestein gefundenen Menge abgezogen.
Vergl. auch die Eisenoxydul-Bestimmung im „Boden“ S. 41.
9. Bestimmung der Verwitterbarkeit. Die größere oder geringere Verwitter
barkeit der Gesteine ergibt sich zum Teil schon aus dem Gehalt an Schwefelver
bindungen, an Eisenoxydul und kohlensauren Salzen. Denn je größer der Gehalt
an diesen, um so größer ist im allgemeinen, sei es durch Oxydation des Schwefels
und Eisenoxyduls, sei es durch Auswaschen der eingesprengten kohlensauren Salze
durch kohlensäurehaltiges Regen- bezw. Bodenwasser, die Verwitterbarkeit der Gesteine.
Manche Gesteine, wie die Dolerite und Trachyte, lassen sich durch Be
handeln mit Schwefelsäure auf ihr rascheres und langsameres Zerfallen und damit
auf den Grad ihrer Verwitterbarkeit prüfen. Man übergießt zu dem Zweck nach
J. Neßler das in erbsengroße Stückchen zerschlagene Gestein auf je 100 g. mit
10 ccm Schwefelsäure (gleiche Teile konzentrierte Schwefelsäure und Wasser).
Nach einigen Tagen, sind die Steine mehr oder weniger in feine Teile zerfallen;
es kann alsdann durch Untersuchung des Rückstandes und der Lösung ermittelt
werden, wieviel Kali usw. durch die Schwefelsäure gelöst ist.
Bei Dachschiefer und ähnlichen Gebilden verfährt man zur Prüfung
auf den Grad ihrer Verwitterbarkeit für technische Zwecke nach R. Fresenius
wie folgt;
Man sägt aus dem zu prüfenden Schiefergestein ein länglich viereckiges Stück von
etwa 7 cm Länge und 3 cm Breite heraus, umbindet es an einem Ende mit starker
Schnur, hängt es in eine Kochflasche, in welche man zuvor etwa 100 ccm einer ziemlieh
gesättigten Lösung von schwefliger Säure in Wasser gebracht hat, und verschließt die
Flasche fest mit einem Stopfen (am besten einem Kautschukstopfen), welcher zugleich