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Futtermittel.
Zur weiteren Trennung der nicht proteinartigen Stickstoff Verbindungen
empfiehlt E. Schulze 1 ) Zusatz von salpetersaurem Quecksilber zu den vorher mit
Bleiazetat behandelten Pflanzenauszügen, wodurch Asparagin, Glutamin, Allantoin,
die Xanthinkörper und zum Teil auch Tyrosin gefällt werden; sie lassen sich nach
Entfernung des Quecksilbers durch Schwefelwasserstoff weiter durch ammoniakalische
Silberlüsung trennen, wodurch Hypoxanthin, Xanthin und Guanin abgeschieden
werden.
In den meisten Fällen genügt es indes, den Gesamt-Stickstoff und den in
Form von reinem Protein vorhandenen Stickstoff zu bestimmen, während der in
Form von Nichtprotein-Verbindungen vorhandene Stickstoff aus der Differenz ange
nommen wird. Sollen letztere jedoch näher gekennzeichnet werden, so verfährt
man nach dem zuerst von R. Sachsse 2 3 ) angegebenen Verfahren, indem man erst
das Ammoniak, dann den Amid- und Säureamid-Stickstoff bestimmt.
3. Albumosen und Pepton. Zur Bestimmung der Alhumosen und Peptone
in Futtermitteln stellt man zunächst eine kalte wässerige Lösung her, je nach dem
Gehalt, 10 oder 20 g auf 500 ccm, filtriert durch ein trocknes Filter und verwendet
von dem Filtrat 50 oder 100 ccm; diese werden unter Zusatz von einigen Tropfen
Salpetersäure gekocht. Wenn ein Gerinnsel von Eiweiß sich ausscheidet, ward filtriert,
der Niederschlag wie hei der Kupferhydroxyd-Fällung nach Kjeldahl verbrannt
und aus dem gefundenen Stickstoff durch Multiplikation mit 6,25 der Gehalt an
Albumin berechnet.
a) Das Filtrat oder, wenn kein Albumin vorhanden ist, 50—100 ccm der
ursprünglichen Lösung werden auf 40—50 ccm eingedampft, diese nach A. Börner 8 )
mit Schwefelsäure schwach angesäuert (um das Ausfallen von unlöslichen Zinksalzen
wie Phosphat usw. zu verhindern) und darauf mit fein gepulvertem Zinksulfat in der
Kälte gesättigt. Nachdem sich die ausgeschiedenen Albumosen (an der Oberfläche der
Flüssigkeit) abgesetzt haben und am Boden des Glases noch geringe Mengen ungelösten
Zinksulfates vorhanden sind, werden die Albumosen abfiltriert, mit kaltgesättigter
Zinksulfatlösung hinreichend ausgewaschen und nach Kjeldahl verbrannt. Durch
Multiplikation der gefundenen Stickstoffmenge, abzüglich des Filterstickstoffs, 4 ) mit
6,25 erhält man die ihr entsprechende Menge Alhumosen. Sind nennenswerte Mengen
Ammoniak 5 * ) in den Stoffen, so werden weitere 50 ccm der Lösung in derselben
Weise mit Zinksulfat gefällt, in dem Niederschlage der Ammoniak-Stickstoff bestimmt
und letzterer von dem Gesamt-Stickstoff des Zinksulfat-Niederschlages abgezogen.
h) Das Filtrat von der Zinksulfat- bezw. Albumosen-Fällung füllt man mit
Wasser auf 250 ccm auf und prüft davon zunächst 20—25 ccm qualitativ auf
Peptone. Man versetzt mit soviel konzentrierter Natronlauge, bis das anfänglich
sich ausscheidende Zinkhydroxyd sich wieder vollständig gelöst hat und fügt einige
Tropfen einer l°/ 0 -igen Lösung von Kupfersulfat hinzu. Eine karminrote bis
rotviolette Färbung zeigt Peptone an.
Ist eine solche Färbung aufgetreten, so werden 100 ccm des Filtrates der
Zinksulfat-Fällung zur quantitativen Bestimmung des Peptons mit einer stark an
*) Vergl.Landw. Versuchs-Stationen 1881, 28, 213; 1882,27,449 und 1887,38,89 und 124.
2 ) E. Sachsse, Die Chemie und Physiologie der Farbstoffe, Kohlehydrate usw.
Leipzig 1877, S. 256.
3 ) Zeitschr. f. anal. Chemie 1895, 34, 562 u. Zeitschr. f. Untersuchung d. Nahrungs-
u. Genußmittel 1898, 1, 106.
4 ) Derselbe kann bei Anwendung von schwedischem Filtrierpapier unberücksichtigt
bleiben.
5 ) Ammoniak geht mitunter unter Bildung eines Doppelsalzes bezw. eines komplexen
Salzes von Ammonsulfat und Zinksulfat mit in die Zinksulfat-Fällung über.