Full text : Die Untersuchung landwirtschaftlich und gewerblich wichtiger Stoffe

Bestimmung  der  Stärke.

239

a)  Das  Diastase-Verfahren  verbunden  mit  Hydrolyse  durch  Salzsäure ­
  nach  M.  Märcker. 1 )  M.  Märcker  hat  sein  früher  angewendetes  Hochdruckverfahren, ­
  welches  auch  in  die  2te  Auflage  dieses  Handbuches  auf  genommen
ist,  als  nicht  mehr  zutreffend  aufgegeben  und  hält  das  folgende  1  erfahren  für
richtiger:  „3  g  der  fein  gemahlenen  Körner  oder  getrockneten  Kartoffeln  werden  mit
100  ccm  Wasser  */ 2  Stunde  gekocht  (oder  schwach  gedämpft),  auf  65°  abgekühlt
und  mit  10  ccm  Normal-Malzauszug  (100  g  Malz  auf  1  1  Wasser)  versetzt,  etwa
2  Stunden  bei  65°  gehalten,  dann  nochmals  1 / 2  Stunde  gekocht,  wieder  auf  65°
abgekühlt  und  nochmals  etwa  x / a  Stunde  mit  10  ccm  Malzauszug  bei  65°  gehalten,
dann  aufgekocht,  abgekühlt,  auf  250  ccm  aufgefüllt  und  filtrirt.  1  on  dem  Filtrat
werden  200  ccm  auf  bekannte  Weise  mit  15  ccm  Salzsäure  von  1,125  spezifischem  Gewicht ­
  hydrolysiert,  neutralisiert,  auf  500  ccm  gebracht  und  davon  50  ccm  zur  Zuckeibestimmung ­
  verwendet.“  Bei  der  Berechnung  muß  die  in  dem  Malz  zugesetzte
Zuckermenge  abgezogen  werden.  Weiter  ist  noch  folgendes  zu  berücksichtigen:
1.  Wenn  die  Stoffe  Zucker  und  Dextrin  enthalten,  so  müssen  diese  entweder  in  einer
besonderen  Probe  für  sieh  bestimmt  und  von  dem  nach  der  Hydrolyse  gefundenen  Zucker
abgezogen  oder  durch  Auswaschen  mit  kaltem  Wasser  entfernt  und  der  Rückstand  wie  vorstehend ­
  gekocht  bezw.  gedämpft  usw.  werden.  Wenn  man  den  Auszugsrückstand  auf  dem
Filter  noch  feucht  mit  Alkohol  behandelt  und  dann  an  der  Luft  abtrocknen  läßt,  so  läßt
er  sich  wieder  quantitativ  vom  Filter  entfernen.
2.  Sehr  fettreiche  Stoffe  werden  vorher  durch  Ausziehen  mit  heißem  Alkohol  und
Äther  entfettet.
3.  Selbstverständlich  gehen  auch  auf  diese  Weise  noch  andere  Stoffe  als  Stärke  in
Lösung;  besonders  werden  durch  das  Kochen  der  diastasierten  Lösungen  noch  aus
anderen  Anhydriden  als  Stärke  (z.  B.  aus  Peutosaneu)  reduzierende  Zuckerarten  gebildet,
■km  nächsten  kommt  man  daher  dem  wahren  Stärkewert,  wenn  man  die  Hydrolyse  mit
Salzsäure  umgeht  und  den  Zucker  in  der  diastasierten  Lösung  durch  Gärung
bestimmt.
b)  Hochdruckverfahren  vonEeinke. 2 )  Dieses  Verfahren  gleicht  dem  früher
von  M.  Märcker  und  A.  Morgen  ausgearbeiteten  Verfahren,  wird  aber  von  Märcker
selbst  für  richtiger  gehalten.  „3  g  fein  gemahlener,  lufttrockner  Substanz  werden  in
einem  Metallbecher  mit  25  ccm  1%-iger  Milchsäure  sowie  30  ccm  Wasser  angerührt  und
zugedeckt  im  Soxhletschen  Dampftopfe  (Autoklaven  Fig.  38  S.  240)  2 1 / 2  Stunden  auf
'  )5  Atm.  erhitzt,  dann  mit  W T asser  in  einen  250  ccm-Kolben  gespült,  nach  dem
Erkalten  auf  250  ccm  aufgefüllt  und  nach  gehörigem  Umschtttteln  filtriert.  ^  200  ccm
es  Filtrates  werden  mit  15  ccm  Salzsäure  (spezifisches  Gewicht  1,125  =  25°/ 0  HCl)
versetzt  und  in  einem  Erlenmeyer-Kolben  mit  aufgesetztem  Glasrohr  im  Wassernde ­
  2 1 / 2  Stunden  erhitzt.  Hierdurch  wird  alle  Stärke  (aber  nach  Lintner  auch
ein  Teil  der  gummiartigen  Stoffe)  und  die  Saccharose  hydrolysiert  oder  in  Glukose  verhandelt. ­
  Die  Flüssigkeit  wird  nach  dem  Erkalten  annähernd  mit  Natronlauge
neutralisiert  und  auf  250  ccm  verdünnt.  In  25  ccm  dieser  Lösung  wird  eine
u  ose-Bestimmung  ausgeführt.“
Statt  dieses  Verfahrens  kann  man  sich  auch  des  folgenden  bedienen;  3  g  der
entb-^t  gepulverten  Substanz  werden,  wenn  sie  Zucker  oder  Dextrin
e j  '*■  1’  ers t  mehrmals  mit  kaltem  Wasser  ausgezogen,  der  Rückstand  alsdann  in
1  bedeckten  Fläschchen  oder  noch  besser  in  einem  bedeckten  Zinnbecher  von
ja  pOO  ccm  Inhalt  mit  100  ccm  Wasser  gemengt  und  in  einem  Soxhletschen
ri T  to Pf  3—4  Stunden  lang  bei  3  Atmosphärendruck  erhitzt.  In  Ermangelung
^  M.  Märoker,  Handbuch  d.  Spiritusfahrikation,  7.  Auflage,  Berlin  1898,  S.  111.
1  Vergl.  0.  Saare,  Die  Fabrikation  der  Kartoffelstärke,-  Berlin  1897,  S.  491.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.