Full text : Die Untersuchung landwirtschaftlich und gewerblich wichtiger Stoffe

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Futtermittel.

2.  Die  Querzellen  der  Schale  des  Weizens  (Fig  50  und  Fig.  55q)  sind
meist  länger  und  ebenfalls  viel  stärker  verdickt,  als  beim  Eoggen;  sie  sind  an
den  schmalen  Enden  dünnwandig  und  stoßen  dort  meist  mit  scharfen  Ecken
aneinander  (wesentlicher  Unterschied  von  Roggen).

Fig.  51.  Weizen.  Haarformen  der  Schale  nach  J.  Möller.  (Vergr.  300.)

3.  Die  Haare  des  Weizens  (Fig.  51  und  Fig.  55li)  sind  viel  zahlreicher,
länger  und  dickwandiger;  ihr  Hohlraum  ist  oft  nur  linienförmig,  höchstens  so
dick  wie  die  Wand,  und  geht  nicht  wie  heim  Eoggen  bis  in  die  Spitze. 1 )  (Ausnahme ­
  heim  Spelz.)
Falls  diese  Formelemente
über  die  Natur  eines  fraglichen
Gemisches  beider  Getreidearten
noch  Zweifel  bestehen  lassen
sollten,  so  kann  zur  weiteren
Unterscheidung  dienen:
4.  Die  Verkleisterung
der  Stärke;  Eoggenstärke  wird
bei  einer  Temperatur  von  62,5°
verkleistert,  während  Weizenstärke ­
  bei  dieser  Temperatur
ihre  Struktur  noch  behält  und
erst  bei  65°  verkleistert  wird.
1  g  des  zu  prüfenden
Mehles  wird  nach  L.  Wittmack
in  einem  Becherglase  mit  50  ccm
(oder  2  g  mit  100  ccm)  Wasser
zu  einem  dünnen  Brei  ungerührt
Fig.  52.  Weizen-Stärke  nacii  Müller.  (Vergr.  300.)  und  nun  in  ein  Wasserbad  oder
in  ein  8 j i  mit  Wasser  gefülltes
großes  Becherglas  gesenkt.  Durch  eine  kleine  Flamme  erwärmt  man  das  Wasserhad
und  damit  auch  den  Mehlbrei  langsam  auf  genau  62,5°,  indem  man  häufig  mit  einem
Thermometer  umrührt.  Ist  die  Temperatur  von  62,5°  erreicht,  nimmt  man  sofort
das  kleine  Becherglas  heraus  und  taucht  es  in  kaltes  Wasser;  die  Probe  ist  alsdann
zur  mikroskopischen  Untersuchung  fertig.

’)  J.  Möller  gibt  (Mikroskopie  der  Nahrungs-  und  Genußmittel,  1886,  S.  92)  an,
daß  diese  Unterschiede  nicht  für  diebreiten,  sondern  nur  für  die  schmaleren  und  kleineren
bis  mittleren  Haare  gelten  (vergl.  Fig.  51,  das  große  Haar).  Dem  Verfasser  will  es
aber  scheinen,  daß  diese  Abbildung  Möllers  nicht  sehr  naturgetreu  ist  oder  nur  für  sehr
selten  yorkommende  Weizenhaare  gilt.
            
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