Full text : Die Untersuchung landwirtschaftlich und gewerblich wichtiger Stoffe

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Futtermittel.

a)  Getrocknete  Treber. 1 )  Sowohl  die  Brauerei-  wie  Brennereitreber
werden  der  künstlichen  Trocknung  unterworfen.  Die  Trocknung  beider  Trebersorten
(über  den  Unterschied  vergl.  S.  305)  geschieht  auf  gleiche  Weise.  Entweder  benutzt
man  die  natürlichen  Treber  wie  sie  gewonnen  werden,  oder  man  preßt  einen  Teil
des  Wassers  (etwa  30  °/ 0 )  vorher  ab.  Diese  Flüssigkeit  enthält  bei  neuen  Pressen
(mit  noch  engen  Löchern)  1,5—2,0  Pfd.,  bei  alten  Pressen  (mit  weiteren  Löchern)
3,0—4,0  Pfd.  Nährhestandteile  für  1  Ztr.  Malzeinmaischung.  Da  aus  3  Ztr.  Malzeinmaischung
  ungefähr  1  Ztr.  Trockentreber  gewonnen  werden,  so  beträgt  der  Verlust ­
  an  Trockenmasse  durch  das  Pressen  etwa  6  °/ 0  bezw.  10  °/ 0 .  Früher  —  und  auch
jetzt  noch  vereinzelt  in  England  —  wurde  das  Trocknen  durch  direkte  Feuergase,
jetzt  wird  es  durchweg  durch  Abdampf  bei  etwa  65°  vorgenommen.  Durch  das  letztere
Trocknungsverfahren  erleiden  die  Biertreber  keine  Einbuße  in  der  Verdaulichkeit
und  Bekömmlichkeit.
Die  Brennereitreber  werden  bei  dem  sog.  „Lufthefe-  oder  Lüftungsverfahren“ ­
  erhalten,  wobei  man  die  Mutterhefe  nicht  direkt  in,  die  Maische,  sondern
in  die  von  dieser  abgetrennte,  also  treberfreie  Würze  überführt.  Die  Zusammensetzung
der  getrockneten  Treber  ist  im  Mittel  mehrerer  Untersuchungen  etwa  folgende:

Anzahl  Stickstoff-Art

  der  Treber;

der
Unter-Wasser



Stickstoff-Substanz


Fett

freie
Extrakt-Rohfaser



Asche

Buchungen
0/
Io
Brauerei-  /  Gerstenmalz  .  .  63  8,70

°/o
22,50

°/o
7,50

Stoffe
°/o
42,30

°/o
15,10

°/o
3,90

treber  aus  \  Woizemnalz  .  .

13

8,75

25,40

8,63

40,65

13,52

3,06

Mais  .  .  .  .

3

9,03

20,83

10,13

44,14

13,77

2,10

Brennerei-Mais

  u.  Roggen

3

5,23

21,63

10,30

44.84

15,43

2,67

treber  aus

Mais  u.  Malz-Gersten-



  .  .  ,

2

5,65

20,55

10,50

45,65

14,50

3,25

malz  und

Eoggen  u,  Malzkeime

  .  .  .

5

8,30

18,80

6,46

47,22

15,62

3,60

Große  Unterschiede

sind

hiernach

in  der

Zusammensetzung

der  einzelnen

Trebersorten  nicht  vorhanden;  die  Weizen-Biertreber  enthalten  durchweg  nur  etwas
mehr  Protein  und  Fett  (Ätherauszug)  als  die  Gersten-Biertreher;  bei  den  Brennereitrebern ­
  zeichnen  sich  die,  welche  unter  Verwendung  von  Mais  gewonnen  werden,
durch  einen  höheren  Fett-  und  durchweg  auch  einen  höheren  Protein-Gehalt  vor
den  unter  Verwendung  von  Roggen  an  Stelle  von  Mais  gewonnenen  aus.
Gute  Trockentreber  sollen  frei  von  brenzlichen  und  angebrannten,  kohligen
Teilen  sein,  sowie  nur  bis  12  °/ 0  Wasser  enthalten.  Mitunter  beobachtet  man  bei
Trockentrebern  einen  stark  saueren  Geruch;  wir  fanden  in  solchen  Proben  bis  zu
2,43  °/ 0  freie  Säuren,  als  Milchsäure  berechnet.  Die  freie  Säure  kann  wohl
nur  daher  rühren,  daß  die  Treber  vor  dem  Trocknen  längere  Zeit  gelagert  haben
und  dabei  in  sauere  Gärung  übergegangen  sind.  Wenn  die  zur  Trocknung  verwendeten ­
  Heizgase  mit  den  zu  trocknenden  Trebern  in  direkte  Berührung  kommen
sollten,  so  können  die  Treber  (und  auch  die  folgenden  getrockneten  Futtermittel)
geringe  Mengen  schweflige  Säure  bezw.  Schwefelsäure  aufnehmen.
Die  Art  der  verwendeten  Rohstoffe  läßt  sich  nur  durch  eine  mikroskopische
Untersuchung  feststellen  (vergl.  die  einzelnen  Getreidearten). 2 )
] )  Vergl.  Th.  Dietrich,  Laudw.  Versuchs-Stationen  1901,  56,  207.
2 )  Wir  beobachteten  in  einem  Palle  eine  Verfälschung  von  Trockentrebern  mitEeisspelzen,
  die  angeblich  den  Brennereitrebern  hier  und  da  zugesetzt  werden  sollen,  um  die
Treber  leichter  trocknen  zu  können.  Um  zu  entscheiden,  ob  die  vorhandenen  Eeisspelzen
            
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