Full text : Die Untersuchung landwirtschaftlich und gewerblich wichtiger Stoffe

414

Futtermittel.

stärker  von  parasitären  Pilzen  befallenes  Futtermittel  stets  als  minderwertig  bezeichnen ­
  und  bei  seiner  Yerfütterung  zur  Vorsicht  mahnen  müssen.  Durch  eine
Probefütterung  mit  kleinen  Mengen  wird  sich  leicht  ein  Urteil  Uber  die  Bekömmlichkeit ­
  eines  befallenen  Futtermittels  erzielen  lassen.  Von  der  Yerfütterung
von  Leguminosen,  die  von  Uromyces-Arten  befallen  sind,  und  von  mit  Puccinia
arundinacea  besetztem  Schilf  muß  vorläufig  ganz  abgeraten  werden.  Zweifellos  in
hohem  Grade  giftig  ist  von  den  angeführten  Pilzen,  -wie  bekannt,  das  Sklerotium
von  Claviceps  purpurea  (Mutterkorn).  Es  ist  nicht  ausgeschlossen,  daß  die  ziemlich
kleinen  Sklerotien  der  auf  Futtergräsern  lebenden  Claviceps-Arten,  die  leicht  übersehen ­
  werden,  Vergiftungen  durch  andere  Pilze  vorgetäuscht  haben.
6.  Die  in  Futtermitteln  vorkommenden  saprophytischen  Pilze.
A.  Eumyceten.  Von  diesen  kommen  einige  Arten  der  Mucoreen,  der
Perisporiaceen,  ferner  raoniliaartige  und  andere  Sproüpilze  in  Betracht.

Fig.  220.  A  Mycel  und  Spor  angienträger  mit  Sporangien  von  Mucor  mucedo.  (Sch  wach  vergrößert).
Nach  Knys  Wandt,  aus  Reinkes  Lehrbuch.  B  Querschnitt  durch  ein  Sporangium.

Die  zu  den  Zygomyceten  gehörenden  Mucoreen  bilden  ein  kräftiges,  weißes,
scheidewandfreies  Mycel,  aus  dem  sich  aufrecht  starke,  zuweilen  unverzweigte,
zuweilen  auch  monopodial  oder  sympodial  verzweigte  Träger  erheben,  an  deren
Spitze  ein  kugeliges  Sporangium  entsteht.  Die  Wand  der  Sporangien,  die  zahlreiche
runde  Sporen  enthalten,  berstet  oder  zerfließt  bei  der  Reifung.  Außer  dieser  ungeschlechtlichen ­
  kommt  noch  eine  geschlechtliche  Fruktifikation  durch  Zygosporen
vor.  Die  wichtigsten  Vertreter  der  Mucoreen  sind  folgende:
a)  Mucor  mucedo  L.,  eine  sehr  verbreitete  Art,  mit  unverzweigten  Sporangienträgern
  und  großen,  schwarzen  Sporangien.
b)  Mucor  racemosus  Fresenius  ist  seltener  und  hat  verzweigte  Sporangienträger
mit  kugeligen,  30—40  cm  dicken,  bräunlichen  Sporangien.
c)  Phycomyces  nitens  Agardh,  eine  besonders  auf  Ölkuchen  häufige  Art,  mit
10—30  cm  hohen  Sporangienträgern  und  bis  zu  1  mm  dicken,  schwarzen  Sporangien
mit  gelblichen  Sporen.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.