Full text : Die Untersuchung landwirtschaftlich und gewerblich wichtiger Stoffe

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Die  Untersuchung  der  Sämereien.

Derselbe  stellt  von  außen  einen  40  cm  hohen  hölzernen  Kasten  dar,  an  dessen
Vorderseite  eine  f'estsohließende  Tür  angebracht  ist.  Im  Innern  befinden  sich  auf  5  etwa
6  cm  voneinander  entfernt  liegenden  Etagen  aus  durchbrochenem  Eisenblech  10  Keimplatten,
welche  aus  einem  Gemenge  von  Chamottemehl,  Sägespäneu  und  feinem  Kohlenstaub  hergestellt ­
  und  sehr  porös  sind.  Jede  der  Keimplatten  (Fig.  240  in  */ 4  der  natürlichen  Größe
und  Fig.  238  und  239)  ist  15  cm  lang,  6  cm  breit  und  1  cm  dick.  Auf  der  Oberseite  besitzen ­
  sie  in  5  Reihen  100  ovale  Vertiefungen  (Keimzellen)  zur  Aufnahme  von  je  einem
Korn.  Zur  Aufnahme  der  Keimplatten  dienen  blecherne  Schalen  (b  b),  in  welche  je  ein
Filzplättohen  (c  c)  von  derselben  Größe  wie  die  Keimplatte  gelegt  wird.
Um  die  Samen,  unabhängig  von  der  Lufttemperatur,  bei  einer  beliebig  hohen
Temperatur  keimen  lassen  zu  können,  hat  Stainer  bei  seinem  Apparate  eine  kleine  Heiz-Fig.

  240.
Keimapparat  von  Stainer.

Fig.  341.
Keimapparat  von  Goldewe  und
S  chö  nj  ahn.

Vorrichtung  angebracht,  die  es  ermöglicht,  die  Temperatur  innerhalb  des  Apparates  nach
Wunsch  zu  regeln.
Es  sind  nämlich  außer  der  äußeren  Wand  innen  noch  2  Wandungen  aus  dünnem
Blech  vorhanden,  die  zwischen  sich  einen  Raum  d  frei  lassen,  der  mit  dem  Gefäß  e  (Fig.  238)
kommuniziert.  Der  Raum  d,  ebenso  das  Gefäß  e,  ersteres  bei  f  (Fig,  239),  werden  nötigenfalls ­
  mit  Wasser  von  beliebig  hoher  Temperatur  gefüllt.  Dieses  Wasser  kann  vermittels
des  Petroleumlämpcbens  g  warm  erhalten  und  bei  k  abfließen  gelassen  werden.  Um  die
Ausstrahlung  der  Wärme  zu  vermindern,  ist  der  Raum  bei  h  (Fig.  238)  mit  Asche  ausgefüllt; ­
  durch  die  beiden  Luftkanäle  i  i  strömt  frische  Luft  in  den  Apparat;  1  ist  ein  Dunstschlauch,
  der  die  Wasserdämpfe  abführt.  Durch  diese  Einrichtung  wird  eine  stete  Lufterneuerung
  im  Apparate  herbeigeführt;  m  ist  ein  kleines  Tropfsohälchen.
Die  Temperatur  innerhalb  des  Apparates  wird  mittels  dos  Thermometers  n  (Fig.  239)j
dessen  Quecksilberkugel  in  das  Innere  des  Apparates  reicht,  beobachtet.
            
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