Full text : Die Untersuchung landwirtschaftlich und gewerblich wichtiger Stoffe

Vollmilch.  Bestimmung  des  Bettes.

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d)  Die  refraktometrische  Fettbestimmung  mittels  des  Milch-Refraktometers
nach  Wollny.
E.  Wollny  benutzt  die  Refraktion  einer  konzentrierten  Ätberfettlösung  von
17,5°  zur  Bestimmung  des  Fettgehaltes.  Die  Ausführung  der  Fett-Bestimmung
geschieht  nach  Naumann 1 )  in  folgender  Weise:
30  ccm  der  gut  durchgemischten,  möglichst  17,5°  warmen  Milch  (1)  werden
in  das  Wollnysche  Fläschchen  (Fig.  253)  von  etwa  30  ccm  Inhalt,  welches  bei
30  ccm  eine  Marke  trägt,  gegeben  (2),  mit  3  ccm  kupferoxydhaltiger  Lauge  (3)
versetzt  und  in  einem  Schüttelwerke  (4)  10  Minuten  lang  geschüttelt.  In  die  darauf
wieder  in  das  Wasserbad  von  17,5°  gebrachten  Fläschchen  gibt  man  mittels  einer
automatischen  Pipette  (Fig.  254)  6  ccm  mit  Wasser  gesättigten  Äther  (5)  von  17,6  °,
worauf  man  das  Fläschchen  sofort ­
  wieder  verschließt  und
abermals  mindestens  15  Minuten
im  Schüttelwerke  schüttelt.  Zur
Abscheidung  einer  klaren  Ätherfettschicht ­
  werden  die  Fläschchen
nunmehr  in  einer  Zentrifuge  (6)
geschleudert.  Die  ausgeschleuderten ­
  Proben  kommen  dann
nochmals  etwa  3  Minuten  in  das
Wasserbad  von  17,5°  und  sind
damit  für  die  refraktometrische
Untersuchung  fertig  vorbereitet.
Das  Wollnysche  Milchfett-Refraktometer ­
  (7)  wird
mittels  eines  Pulfrichschen
Apparates  zur  Erzeugung  eines
beständig  temperierten  Wasserstromes ­
  oder  einer  ähnlich
wirkenden  Vorrichtung  auf  17,5  0
*U)  gebracht,  auf  seine  genaue
Justierung  (9)  geprüft  und  gereinigt ­
  (10).  Nachdem  es  wieder
geschlossen  ist,  entnimmt  man  mittels  eines  Glasröhrchens  (11)  aus  dem  schräggehaltenen ­
  Wollny  sehen  Fläschchen  einen  Teil  der  klaren  Ätherfettlösung  und
hnngt  diese  so  schnell  wie  möglich  durch  die  an  dem  Refraktometer  befindliche
Paltöffnung  zwischen  die  Prismenflächen.  Hierauf  beobachtet  man  den  Stand  der
chattengrenze  (12)  im  Fernrohr,  wobei  man  sich  zur  genauen  Ablesung  des  Standes
er  vorhandenen  Mikrometerschraube  bedient,  indem  man  diese  auf  einen  ganzen
kalenteil  einstellt.  Darauf  werden  die  Prismenflächen  wieder  gereinigt  (10)  und
ann  nunmehr  mit  der  Untersuchung  weiterer  Proben  begonnen  werden.
Aus  den  abgelesenen  —  und  sofern  die  Temperatur  nicht  genau  17,5°  betrug,
J!  diese  Temperatur  umgereohneten  (13)  —  Refraktometerzahlen  ermittelt  man  mit
1  o  der  Tabelle  No.  Xllb  (am  Schlüsse)  den  prozentigen  Fettgehalt  der  Milch  (14).
e i n  Anmerkungen  zu  vorstehendem  Verfahren:  1.  Naumann  gibt  auch  eine
Milc) 5  leU ^ e  Urschrift  für  Molkereien  und  Landwirte  zur  sachgemäßen  Probenahme  von
1  während  eines  längeren  Zeitraumes  zwecks  Bezahlung  derselben  nach  dem  Fettgehalt.
')  Milch-Ztg.  1900,  29,  50.

Fig.  258.
Wollnysches
Fläschchen.

Automatische  Pipette  für  die  Abmessung ­
  des  Äthers.
            
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