Full text : Die Untersuchung landwirtschaftlich und gewerblich wichtiger Stoffe

Bestimmung  der  Jodzahl.

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das  von  ihm  etwas  abgeändorte  Verfahren  von  Muter  und  de  Koningh  bezw.  von  Laue 1 )
als  das  beste  empfiehlt.  Da  die  quantitative  Trennung  bislang  für  die  Praxis  nur  wenig
verwertbare  Werte  geliefert  hat,  und  außerdem  der  Gehalt  an  flüssigen  Fettsäuren  aus  ihrer
Jodzahl  und  der  Jodzahl  der  gesamten  Fettsäuren  mit  hinreichender  Genauigkeit  berechnet
werden  kann,  so  sei  auf  diese  Vorschriften  hier  nur  verwiesen.
K.  Farnsteiner 2 )  hat  ein  auf  der  Löslichkeit  der  Bleiseifen  der  flüssigen  Fettsäuren ­
  in  kaltem  Benzol  beruhendes  Trennungsverfahren  ausgearbeitet,  auf  das  hier  ebenfalls ­
  nur  verwiesen  werden  kann.

5.  Bestimmung  der  Jodzahl.

Die  Jodzahl  gibt  an,  wieviel  Prozent  Jod  ein  Fett  oder  eine  Fettsäure ­
  aufzunehmen  vermag.
Das  Verfahren  beruht  auf  der  Addition  von  Jod  durch  die  ungesättigten  Fettsäuren, ­
  und  zwar  addieren  die
Fettsäuren  der  .  Stearinsäure-  Ölsäure-  Linolsäure-  Linolensäure-Reihe
an  Jod...  0  2  4  6  Atome,
a)  Verfahren  von  v.  Hühl.  Nach  der  amtlichen  „Anweisung“  zum  Margarine-Gesetz
  verfährt  man  wie  folgt:

Erforderliche  Lösungen;  „1.  Es  werden  einerseits  25  g  Jod,  andererseits
30  g  Quecksilberchlorid  in  je  500  ccm  fuselfreiem  Alkohol  von  95  Volumprozent
gelöst,  letztere  Lösung,  wenn  nötig,  filtriert  und  beide  Lösungen  getrennt  aufbewahrt.
Die  Mischung  beider  Lösungen  erfolgt  zu  gleichen  Teilen  und  soll  mindestens
48  Stunden  vor  dem  Gebrauche  stattfinden.
2.  Natriumthiosulfatlösung.  Sie  enthält  im  Liter  etwa  26  g  des  Salzes.
Das  bequemste  Verfahren  zur  Titerstellung  ist  das  Volhardsche;  3,87  g 8 )  wiederholt
umkrystallisiertes  und  nach  Volhards  Angaben  geschmolzenes  Kaliurnbichromat  löst
man  zum  Liter  auf.  Man  gibt  15  ccm  einer  10-prozentigen  Jodkaliumlösung  in  ein
dünnwandiges  Kölbchen 4 )  mit  eingeriebenem  Glasstopfen  von  etwa  250  ccm  Inhalt,
säuert  die  Lösung  mit  5  ccm  konzentrierter  Salzsäure  an  und  verdünnt  sie  mit
100  ccm  Wasser.  Unter  tüchtigem  Umschütteln  bringt  man  hierauf  20  ccm  der
Kaliumbichromatlösung  zu.  Jeder  Kubikzentimeter  derselben  macht  genau  0,01  g
Jod  frei.  Man  läßt  nun  unter  Umschütteln  von  der  Natriumthiosulfatlösung  zufließen,
wodurch  die  anfangs  stark  braune  Lösung  immer  heller  wird,  setzt,  wenn  sie  nur
noch  weingelb  ist,  etwas  Stärkelösung  hinzu  und  läßt  unter  jeweiligem  kräftigen
Schütteln  noch  so  viel  Natriumthiosulfatlösung  vorsichtig  zufließen,  bis  der  letzte
Tropfen  die  Blaufärbung  der  Jodstärke  eben  zum  Verschwinden  bringt.  Die  Kaliumdchromatlösung
  läßt  sich  lange  unverändert  aufbewahren  und  ist  stets  zur  Kontrolle
des  Titers  der  Natriumthiosulfatlösung  vorrätig,  welcher  besonders  im  Sommer  öfters
ne u  festzustellen  ist.

Berechnung,  Da  »  ccm  her
wird  die  gleiche  Menge  Jod  von  der  vertraue  w f e viel  Jod  1  ccm  Natriumthiothiosulfatlösung
  gebunden.  Daraus  berechne  ‘  U  ffi  ienten  f ür  Jod,  bringt  man
sulfatlösung  entspricht.  Die  erhaltene  Zahl,  den  Koemzie
hei  allen  folgenden  Versuchen  in  Rechnung.

')  Journ.  Amer.  Chem.  Soc.  1893,  1»,  l 10 -  Genußmittel  1898,  1,  390.
2 )  Zeitschr.  f.  Untersuchung  d.  Nahrungs-  ^  6  ZaW  3)8666 .
“)  Unter  Zugrundelegung  von  0  —  1  Greiner  in  München  zu  beziehen.
4 )  Nach  R.  Sendtners  Angaben  von  Jom  "  „  ,  und  in f 0 lge  des  geringen  Umermöglichen ­
  infolge  ihres  geringen  Gewichtes  (W
langes  das  genaue  Abwägen  auf  jeder  analytmci  “

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