Full text: Die Untersuchung landwirtschaftlich und gewerblich wichtiger Stoffe

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Untersuchung yon Boden. 
1 : 40 schwanken; die weitesten Verhältnisse kommen meist nur bei einem sehr 
hohen Gehalt des Bodens an Humussubstanz, die engsten bei sehr geringer absoluter 
Menge derselben vor. Zu weiterer Kennzeichnung der Humussubstanz kann dienen: 
a) Die mikroskopische Untersuchung der einzelnen Schlämmerzeugnisse, 
die Ermittelung des Glühverlustes der letzteren; hierdurch erhält man Aufschluß 
über den Grad der Zerteilung und Vermoderung des Humus. 
b) Die Reaktion der Humussubstanz und des Bodens überhaupt. Man 
legt ein mäßig feuchtes Klümpchen Erde auf empfindliches blaues und rotes oder 
auch neutrales Lackmuspapier und beobachtet, ob im nächsten Umkreise der 
Erdprobe eine Farbenveränderung eintritt. Da aber die im Boden vorhandene 
freie Kohlensäure eine Rötung des Lackmuspapiers bewirken kann, so muß man 
das Lackmuspapier trocknen und sehen, ob die Rötung auch noch nach dem 
Trocknen sichtbar bleibt. 
Eine saure Beschaffenheit des Humus deutet auf einen mangelhaften Luft 
zutritt zum Boden hin und ist stets als eine ungünstige Eigenschaft zu bezeichnen. 
c) Zur Bestimmung freier Humussäure schüttelt Knop 1 ) 100 g Erde mit 
200 ccm einer ammoniakalischen Lösung von salpetersaurem Calcium, welche so 
bereitet und titriert ist, daß sie in dieser Menge 1 g CaO und die der Salpeter 
säure äquivalente Menge Ammoniak enthält. Nach öfterem Umschütteln im Ver 
lauf yon 24 Stunden filtriert man, mißt einen Teil der ammoniakalischen Flüssig 
keit ab und bestimmt darin den noch vorhandenen Kalk. Der fehlende Kalk ist, 
wie Knop bemerkt, fast ganz von der Humussubstanz des Bodens gebunden * 2 3 * ) und 
drückt teils die vorhandene Menge, teils auch gewisse Eigenschaften desselben aus. 8 ) 
d) Über das Verhalten des Humus gegen Sauerstoff und Bildung von 
Kohlensäure aus demselben vergl. unter „Bestimmung der physikalischen Eigen 
schaften des Bodens“ No. 12 S. 62. 
e) Über die Menge der an Kalk gebundenen Humussubstanz erhält man 
annähernden Aufschluß, wenn man die Kohlensäure im ungeglühten und geglühten 
Boden bestimmt; dabei muß nach dem Glühen den Boden wiederholt mit kohlen 
saurem Ammon angefeuchtet und schwach geglüht werden bis zum Gleichbleiben des 
Gewichtes. Die Differenz im Kohlensäure-Gehalt vor und nach dem möglichst 
schwachen Glühen gibt annähernd die Menge des in humusartiger Verbindung ur 
sprünglich vorhandenen Kalkes an. 
2. Bestimmung der Kohlensäure. Uber die Bestimmung der gebundenen 
Kohlensäure vergl. S. 15. Unter Umständen ist es auch — besonders für hygienische 
Untersuchungen — von Belang, die in der Bodenluft gasförmig vorhandene 
Menge Kohlensäure zu bestimmen, weil sie uns einen gewissen Maßstab für die 
Menge der organischen Stoffe im Boden und für die Größe der Zersetzungsvorgänge 
angibt. Man treibt für den Zweck in den Boden ein größeres zylinderförmiges 
Loch, versenkt darin mehrere Glas- oder Bleirohre von verschiedener Länge bis 
zur gewünschten Tiefe, läßt das Loch, wie es meistens geschieht, sich von selbst 
wieder zuziehen oder füllt dasselbe besser mit derselben ausgehobenen Erde 
wieder an und wartet einige Tage, bis sich alles ordentlich gesetzt hat. Dann 
verbindet man das Ende der etwa 15 cm über der Bodenfläche befindlichen 
J ) Landw. Versuchs-Stationen 1866, 8, 40. 
2 ) Jedoch sind hierbei auch Ton und Eisenoxyd, sowie überhaupt diejenigen Stoffe, 
yon denen die Absorptionsfähigkeit des Bodens abhängt, mehr oder weniger mit maßgebend- 
3 ) Über die Bestimmung freier Humussäure vergl. auch unter „Untersuchung von 
Moorboden“.
	        
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