Full text : Die Untersuchung landwirtschaftlich und gewerblich wichtiger Stoffe

Bienenhonig.

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mit  dem  Pyknometer  oder  der  Westphalsehen  Wage  usw.  bestimmt  (vergl.  weiter
unten  unter  Beurteilung).
3.  Polarisation.  10  g  Honig  werden  zu  100  ccm  in  destilliertem  Wasser
gelöst.  Diese  Lösung  wird  mittels  Tonerdehydrats  oder  nach  Soxhlet  durcli
Kieselguhr  und  Holzschliff  oder  auch,  wenn  nötig,  durch  Zusatz  von  3  com  Bleiacetat- ­
  und  2  ccm  gesättigter  Natriumsulfatlösung  geklärt,  filtriert  und  unter  Berücksichtigung ­
  der  Temperatur  polarisiert  (vergl.  S.  233).
R.  Frühling 1 )  empfiehlt,  die  kalt  bereiteten  Honiglösungen,  da  sie  besonders
hei  auskristallisierter  Glukose  Birotation  zeigen,  mit  1  oder  2  Tropfen  Ammoniak
zu  versetzen,  mit  Tonerdebrei  —  nicht  Bleiacetat  —  zu  klären,  zur  Marke  aufzufüllen, ­
  zu  mischen,  zu  filtrieren  und  zu  polarisieren.
W.  Lenz-)  glaubte  s.  Z.,  daß  eine  wie  vorstehend  unter  2  bereitete  Lösung  von
Honig  im  Verhältnis  wie  1  2  im  Wildschen  Polaristrobometer  mindestens  6°  30'  nach
links  drehen  müsse.  Dieses  trifft  aber  nicht  immer  zu,  da  es,  wie  schon  gesagt,  auch  mehr
oder  weniger  stark  reohtsdrehende  Könige  gibt.  Außerdem  zeigt  der  Kunst-  oder  Zuokerhonig ­
  auch  Linksdrehung.  Das  optische  Verhalten  der  Honiglösungen  gibt  daher  allein
keinen  Anhaltspunkt  mehr  für  die  Reinheit  eines  Honigs.
4.  Invertzucker  und  Saccharose.  10  g  Honig  werden  mit  200  ccm  heißem
Wasser  gelöst,  mit  etwa  2  ccm  offizineller  Eisenacetatlösung  (von  1,086—1,089
spezifischem  Gewicht,  170,5  g  basisches  Ferriacetat  in  1  1  enthaltend)  geklärt,  auf
1000  ccm  gebracht  und  das  Filtrat  zum  Titrieren  mit  Fehlingscher  Lösung
verwendet.

Oder  man  versetzt  25  ccm  dieser  Lösung  (d.  h.  eine  nicht  mehr  als  0,245  g
Invertzucker  enthaltende  Menge  Lösung)  mit  25  ccm  Kupferlösung  und  25  ccm
Seignettesalzlösung,  verdünnt  auf  100  ccm,  unterhält  letztere  2  Minuten  im  Sieden,
filtriert  und  bestimmt  das  reduzierte  Kupferoxydul  als  Kupfer  hezw.  Kupferoxyd
(vergl.  Tabelle  IV  am  Schluß).
Ferner  löst  man  10  g  in  100  ccm  heißem  Wasser,  fügt  nach  dem  Erkalten
50  ccm  Hefen-Invertinlösung  (vergl.  Lösung  21a  unter  „Darstellung  der  Lösungen“)
hinzu,  läßt  2  Stunden  bei  50—55°  stehen,  bringt  die  invertierte  Lösung  auf  1000  ccm
nnd  bestimmt  in  25  ccm  wie  vorhin  den  Zucker.
Die  Differenz  zwischen  der  ersten  und  letzten  Invertzuckerbestimraung,
multipliziert  mit  0,96,  gibt  die  Menge  Saccharose.
5.  Glukose  und  Fruktose.  Zur  Bestimmung  der  Glukose  und  Fruktose  im
H °nig  benutzt  man  die  S.  230  und  folgende  angegebenen  Verfahren.
Es  sei  jedoch  bemerkt,  daß  das  titrimetrische  Verfahren  nach  Sachsse-Soxhlet  und
das  polarimetrische  von  Neubauer  bei  Honig  keine  übereinstimmenden  Ergebnisse  liefern,
V'ie  dieses  in  sonstigen  Gemischen  von  Glukose  und  Fruktose  z.  B.  beim  Traubenmost
der  Fall  ist.  Vielleicht  hat  dies  darin  seinen  Grund,  daß  im  Honig  neben  Glukose  und
1  uktose  noch  eine  dritte  Zuckerart  vorhanden  ist,  welche  sich  in  ihrem  Reduktions-  und
rehungsvermögen  anders  verhält  als  Glukose  und  Fruktose.
0.  Bestimmung  der  Honigdextrine.  W.  Mader 3 )  verfährt  zur  annähernden
Quantitativen  Bestimmung  wie  folgt;
15  g  Honig  werden  genau  abgewogen,  in  Wasser  bei  17,5°  gelöst  und  zu  100  ccm
au fgefüllt.
a)  Von  dieser  Lösung  werden  20  ccm  =  3,0  g  Honig  auf  250  ccm  aufgefüllt  und
ccm  hiervon  nach  Meißl  (S.  230)  der  Invertzucker  bestimmt.
H  Zeitschr.  f.  öffentl.  Chemie  1898,  4,  410.
2 )  Chem.-Ztg.  1884,  8,  613.
3 )  Archiv  f.  Hygiene  1890,  10,  399.

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