Full text: Die Untersuchung landwirtschaftlich und gewerblich wichtiger Stoffe

Rohrzucker (Rübenzucker). 
619 
Nach der Behandlung der Lösung mit Knochenkohle in vorstehend beschriebener 
Weise wurde die Karbe zu 3,5 bestimmt. Die Entfärbung betrug mithin; 24,2 — 3,5 = 20,7 
und auf 100 der ursprünglichen Farbe berechnet: 
24,2 ; 20,7 = 100: x (= 85,5 °/ 0 ). 
5. Über die Bestimmung der Kohlensäure vergl. unter Mergel (S. 102), über 
die Bestimmung der Phosphorsäure unter Düngemittel (S. 149). 
6. Zuckergehalt in der Knochenkohle. Soll die in der Fabrikation ver 
wendete Knochenkohle auf Zuckergehalt untersucht werden, so bestimmt man 
in einer Probe das Wasser; eine andere Probe (etwa 100 g) zieht man nach dem 
Zerstoßen mit Alkohol aus und polarisiert den Alkoholauszug, wie üblich (vergl. 
S. 599). 
b) Saturationsgas. 
1. Bestimmung der Kohlensäure. Um das im Saturationsprozeß verwendete 
Kohlensäuregas auf Gehalt an Kohlensäure zu untersuchen, setzt man an den an 
der Leitung zwischen der Pumpe und den Saturationsgefäßen angebrachten Probe 
hahn einen Gummischlauch, verbindet diesen mit einer geeigneten Gas-Meßröhre, 
läßt das Gas einige Minuten durch dieselbe streichen, bis alle Luft verdrängt und 
die Röhre ganz mit dem Gase angefüllt ist, läßt die Kohlensäure durch Kalilauge 
absorbieren und berechnet aus dem ursprünglichen und zurückbleibenden Volumen 
die Reinheit des Gases. 
Weil diese Untersuchung nur selten vorgenommen zu werden pflegt, kann hier 
von einer eingehenden Beschreibung abgesehen werden. 
2. Prüfung auf schwellige Säure. Auf eine Beimengung von schwefliger Säure 
prüft man in der Weise, daß man das Gas aus dem Probehahn durch eine mit 
btärkekleister versetzte Lösung von Jod in Jodkalium oder durch eine verdünnte 
Lösung von chlorsaurem Kalium und Indigo strömen läßt. Bei Anwesenheit von 
schwefliger Säure w r erden beide Lösungen allmählich entfärbt. 
3. Prüfung auf Schwefelwasserstoff. Der Schwefelwasserstoff gibt sich schon 
am Geruch beim Ausströmen aus dem Probehalm zu erkennen; nötigenfalls prüft 
®an durch einen mit Bleiessig getränkten Papierstreifen, den man von dem Gas 
umströmen läßt und der bei Gegenwart von Schwefelwasserstoff gebräunt bezw. 
geschwärzt wird. 
Bei Gegenwart von schwefliger Säure kann kein Schwefelwasserstoff vorhanden 
sein, weil diese Gase sich gegenseitig zersetzen. 
IX. Rohrzucker (Rübenzucker). 
Der fertige Konsumzucker wird im allgemeinen wie der Rohzucker usw. 
untersucht. 
1. Wasser. 10 g des feinen Zuckerpulvers werden in einem Trockenkölbchen 
(oder einem Tiegel von Kupferblech mit übergreifendem Deckel) bis zur Beständig 
st des Gewichtes (meistens genügen 2—3 Stunden) bei 105—110° getrocknet. 
, __ 2. Zucker. Das für die einzelnen Polarisationsapparate geltende Normalgewicht 
■ ' 50 8, also für den Soleil-Yentzke-Scheibler-Apparat 26,048 g für 100 ccm 
usw.) ward in Wasser gelöst, wenn nötig, mit Bleiessig, Tonerdehydrat oder Knochen- 
ohle (für letztere ist die S. 603 erwähnte Korrektion anzubringen) geklärt und wie 
dblich polarisiert. 
^ Um die durch etwaige Ungenauigkeit der Skala bedingten Fehler auszugleichen, 
uit Scheibler die sogenannte Hundertpolarisation vorgeschlagen. Hierbei 
tvird nach dem Ergebnis der ersten Polarisation mit dem Normalgewicht berechnet,
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.