Full text: Die Untersuchung landwirtschaftlich und gewerblich wichtiger Stoffe

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Kohstoffe und Erzeugnisse der Spiritusfabrikation. 
bei guter Vergärung bis auf 1,0—1,5° Saccharometer = 15 °/ 0 , 
„ mittlerer „ „ „ 1,5—2,0° „ =25%, 
„ schlechter „ „ 2,0—4,0° „ =30%. 
Da aber ferner ein Teil der Stärke während der Gärung in Nebenerzeugnisse 
(Milchsäure, Essigsäure usw.) umgewandelt wird, so empfiehlt es sich, die unvergoren 
gebliebenen Kohlenhydrate nach Maßgabe der für 1 kg Stärkemehl erhaltenen 
Alkoholausbeute zu berechnen, gleichzeitig aber eine Korrektion für den Nährwert 
der Nebenerzeugnisse aufzunehmen. , 
Es gehen von 100 Teilen eingemaischter Stärke in die Schlempe über: 
wenn für 1 kg Stärke 
gezogen wurden: 
in der Schlempe: 
60 Literprozente Alkohol = 10 Teile Stärkemehl. 
55 „ = 15 
60 „ „ = 20 
Ferner kann man annehmen, daß von 1000 1 Maischraum gewonnen werden: 
bei einem vollkommenen Destillationsapparat 1100 1, bei einem weniger voll 
kommenen 1300 1 Schlempe. 
Auf Grund dieser Voraussetzung gibt Märcker folgendes Beispiel zur Be 
rechnung der Zusammensetzung der Schlempe: 
Auf einen Maischraum von 4000 1 seien 3000 kg Kartoffeln gemaischt; dieselben 
sollen einen Stärkemehlgehalt von 20 °/ 0 ergeben haben. Auf 100 kg Kartoffeln seien 
4 kg Gerste zum Malz und zur Hefe verwendet; von 1 kg Stärke habe man 56 l-°/ 0 
gezogen, es sind demnach 15 °/ 0 der eingemaischten Stärke unvergoren in die Schlempe 
übergegangen. Der Destillierapparat sei zwar nicht von der allerbesten, aber immerhin 
doch guter Konstruktion, wonach man annehmen würde, daß 1000 1 Maischraum 1200 I 
Schlempe geben. 
Nach den oben mitgeteilten Zahlen für die Zusammensetzung von Kartoffeln und 
Gerste erhalten wir folgende Übersicht: 
Stickstoff- 
Stärke- 
N-freie 
Roh- 
Mineral- 
Substanz 
mehl 
Extraktst. 
fas er 
Stoffe 
3000 kg Kartoffeln enthalten. . 66,0 
6,0 
600,0 
21,0 
21,0 
33,0 kg, 
120 kg Gerste enthalten . . . 12,0 
2,8 
76,1 
— 
10,2 
1,8 „ 
Im ganzen eingemaischt 78,0 
8,8 
676,1 
21,0 
31,2 
34,8 kg. 
Da alle Bestandteile mit Ausnahme der 
Stärke 
in ihrer 
Menge 
unverändert 
in die Schlempe übergehen und nach obigen Annahmen bei einer Ausbeute von 55 l-°/ 0 
85 °/ 0 der Stärke zerstört werden, so enthalten 4800 1 Schlempe aus obigen 4000 1 Maische 
folgende Mengen von Nährstoffen: 
Stickstoff-Substanz Fett Stärke N-fr. Extraktstoffe Rohfaser Mineralstoffe 
78,0 8,8 101,4 21,0 31,2 34,8 kg. 
122~4 ’ 
Die einfachste Berechnung ist nun die, daß, wenn die Schlempe gleichmäßig auf 
die Kopfzahl eines Kuhstalles usw. verteilt wird, man mit der Kopfzahl in obige absolute 
Nährstoffmengen dividiert. Wenn z. B. obige Schlempemenge auf 80 Stück Großvieh 
verteilt wäre, so würden für das Haupt folgende Nährstoffmengen in Form von Schlempe 
verabreicht worden sein: 
Stickstoff-Substanz 0,976 kg, 
Stickstofffreie Extraktstoffe 1,530 „ 
Fett 0,410 „ 
Eohfaser 0,390 „ 
Mineralstoffe 0,435 „ 
Im ganzen Trockensubstanz 3,440 kg.
	        
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