Full text : Die Untersuchung landwirtschaftlich und gewerblich wichtiger Stoffe

864

Schmutzwasaer.

Beispiel:
Yorgeschlagene  Einstellung  Auf  1  reduziert:

Gläser;  rot  grün

rot

grün

No.  1,  2,  3  75  69

25,0

19,7

Lichtdurehlässigkeit  (nach  Tabelle  I)

75,8  o/ 0

10  «Io

Grün/Eot

.  .  .  0,92

k  (nach  Tabelle  III)  .  .  .

.  .  .  0,95

Lichtdurehlässigkeit  für  weißes  Li

cht  75,8  X  0,95  =

=  72,0  °/ 0 .

Das  Diaphanometer  läßt  sich  auch  als  Kolorimeter  für  Farbstofflösungen  verschiedenster ­
  Art  benutzen.  Konzentrierte  Lösungen  oder  Trübungen  wirken  nur
etwas  anders  als  verdünnte,  indem  erstere  selbstleuchtend  werden,  d.  h.  die  Zahlen
für  die  Lichtdurchlässigkeit  der  sehr  stark  getrübten  bezw.  der  sehr  stark  gefärbten
Flüssigkeiten  nehmen  nicht  in  demselben  Verhältnis  zum  Gehalt  ab,  wie  dieses  bei  den
wenig  getrübten  und  wenig  gefärbten  Flüssigkeiten  der  Fall  ist.  Darum  erhält
man  aber  bei  denselben  Messungen  mit  dem  Diaphanometer  unter  sich  vergleichbare ­
  Werte.
3.  Alkalität.  Zur  Bestimmung  der  durch  freien  Kalk,  Ammoniak  usw.  bedingten ­
  Alkalität  titriert  man  200  ccm  mit  1 / 10  Normal-Schwefelsäure  unter  Anwendung ­
  von  Phenolphthalein  als  Indikator,  indem  man  dieselbe  auf  CaO  in  Milligramm ­
  für  1  1  ausdrückt.
i.  Freie  Säuren.  Die  freien  Säuren  lassen  sich  unter  Anwendung  von  Lackmus-Tinktur ­
  nur  dann  mit  titrierter  Alkalilauge  bestimmen,  wenn  das  Wasser  als
Basen  nur  Alkalien  und  alkalische  Erden  enthält.  Sind  auch  Metalloxyde,  z.  B.
von  Eisen,  Zink,  Kupfer  vorhanden,  so  läßt  sich  die  Menge  der  freien  Säuren  nur
dadurch  feststellen,  daß  man  die  Gesamtmenge  der  Säuren  und  der  Basen  bestimmt,
auf  Salze  umrechnet  und  den  verbleibenden  Rest  als  freie  Säuren  annimmt.  Hierbei
nimmt  man  diejenige  Säure  als  ungebunden  an,  die  nach  der  Natur  des  Abwassers
als  im  Überschuß  vorhanden  anzunehmen  ist  (vergl.  No.  16  S.  871).
5.  Verbrauch  von  Kaliumpermanganat  bezw.  Oxydierbarkeit.  Die  durch
übermangansaures  Kalium  zu  oxydierenden  Stoffe  werden  stets  in  dem  filtrierten
Wasser  bestimmt.  Dabei  ist,  wenn  gereinigtes  und  ungereinigtes  Wasser  vergleichend ­
  untersucht  werden  sollen,  die  Verdünnung  so  zu  wählen,  daß  zu  dem
gleichen  Volumen  verdünnten  Wassers  annähernd  eine  gleiche  Anzahl  Kubikzentimeter ­
  1 /ioo  N.-Kaliumpermanganatlösung  verwendet  wird.
Man  verdünnt  also  entweder  25,  50  oder  100  ccm  des  filtrierten  Abwassers
auf  1000  com  und  nimmt  hiervon  entweder  26  oder  50  ccm  usw.,  so  daß  die  Flüssigkeit ­
  beim  Kochen  mit  20  com  1 / 100  N.-Kaliumpermanganatlösung  noch  gerötet  bleibt.
Die  Oxydation  wird  in  alkalischer  und  saurer  Lösung  vorgenommen  (vergl.  S.  807).
Aus  der  verbrauchten  Menge  Kaliumpermanganat  wird,  da  hier  außer  organischen
Stoffen  auch  größere  Mengen  Eisenoxydul-,  Schwefelverbindungen  und  Nitrite  oxydiert
werden  können,  die  zur  Oxydation  erforderliche  Menge  Sauerstoff  berechnet.
1  ccm  1 / 100  N.-Kaliumpermanganatlösung  =  0,00008  mg  Sauerstoff.
In  England  sind  statt  vorstehenden  allgemeinen  Verfahrens  noch  einige  besondere ­
  Verfahren  zur  Messung  der  Sauerstoffabsorption  in  Gebrauch,  nämlich: 1 )
a)  Four  Hours  Test  (Vierstundenprobe).  70  ccm  des  zu  untersuchenden  Wassers
(bezw.  mehr  bei  wenig  vorhandener  oder  weniger  bei  viel  vorhandener  organischer
Substanz)  werden  mit  10  ccm  Schwefelsäure  (1  :  3)  und  50  ccm  Kaliumpermanganat1 ­

 )  Vergl.  Farnsteiner,  Buttenberg  und  Korn  (1.  c.)  13.
            
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