Untersuchung der Mineralböden.
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abgebrochen. Das Wasser dringt in das evakuierte Gläschen und die infolge der Benetzung
auftretende Wärme bringt Eis zum Schmelzen; hierdurch wird weiter das Volumen verringert
und dementsprechend Quecksilber eingesaugt. Wenn, wie vorstehend angegeben, gearbeitet
wird, kann nach einer Stunde die Beobachtung abgebrochen, die Menge eingesaugten Quecksilbers
entweder durch Ablesen an der geeichten Kapillare oder durch Zurüokwägen des Quecksilberschälchens
festgestellt werden; 0,01544 g eingesaugtes Quecksilber sind, wie schon oben
gesagt, gleich 1 kal. (g-kal.). Hiervon ist jedoch noch die Arbeit in Abzug zu bringen,
welche durch den Luftdruck beim Binströmen des Wassers in das evakuierte Gläschen
. . (76 — x). 13,6. v. 0,01544
geleistet wird. Die hierauf bezügliche Korrektion beträgt 42 400 ' worm x
gleich dem in cm Quecksilber ausgedrückten, in dem evakuierten Gläschen herrschenden
Drucke und v gleich dem in dem Gläschen unausgefüllten Volumen (in ccm) ist. x wird durch
ein Queoksilbermanometer, welches an der zum Evakuieren benutzten Glocke angebracht
ist, v durch Wägen der bei der Benetzung einströmenden Wassermenge bestimmt. Eür
die meisten Bälle ist eine mittlere Korrektion = 0,00035 g Quecksilber für 1 ccm für die
Genauigkeit der Ergebnisse ausreichend.
Aus zahlreichen Untersuchungen gibt Mitscherlich folgende Übersichtsergebnisso
für die Benetzungswärme (g-kalorien für 1 g Boden):
Humusreiche
Sand
Sandboden
Lehmiger
Sandboden
Lehmboden
u, humoser
Sandboden
Ertragreiche Boden und ” ^ s
t/. . ... , m Humus- und
Kulturboden strenge Ten- ,
,Tonboden
boden
unter 0,5 0,5—1,0 1,0—1,3 1,3—1,8 1,8—4,5 4,5—10 über 10 kal.
Die Größe der Benetzungswärme bezw. Bodenoberfläche steht hiernach ohne Zweifel
in einem gewissen Verhältnis zur Ertragsfähigkeit des Bodens; aber diese Beziehungen hören
von einer gewissen untersten bis zu einer gewissen obersten Grenze auf; so kann die Beuetzuugswärme
des strengen Ton- und Humusbodens nicht mehr als günstig angesehen werden.
18. Bestimmung der Hygroskopizität der Bodenarten usw. nach H. Eodewald
und A. Mitscherlich. 1 ) Zu denselben Ergebnissen wie das vorstehende Verfahren
führt auch die Bestimmung der Hygroskopizität des Bodens.
Unter „Hygroskopizität“ versteht man die Wassermenge, welche der
Boden enthält, wenn seine Oberfläche (d. i. die Summe der Oberfläche der einzelnen
Bodenpartikelchen) mit einer Molekülschicht W r asser bedeckt ist, bezogen auf hundert
Gewichtsteile des trocknen Bodens. Die Hygroskopizität ist also eine der Bodenoherfläche
proportionale Größe. Die Bodenoherfläche selbst ist aber eine für den
einzelnen Boden typische und gleichhleihende Größe, durch welche alle landwirtschaftlich
wichtigen physikalischen Eigenschaften des Bodens mitbedingt werden.
Zur Bestimmung der Hygroskopizität sind zwei Glasgefäße nach Art der
Exsikkatoren erforderlich, welche zweckmäßig so, wie Eig. 14 und 15 S. 68 zeigen,
beschaffen sein sollen.
Figur 14, S. 68. a ist ein gut gekühltes, annähernd halbkugelförmiges Glasgefäß, dessen
oberer Rand plan geschliffen ist; b ist ein gewölbter, am Rande plan geschliffener Messingdeckel,
an welchem sich eine Tube (c) befindet, durch welche die Luft aus dem Apparat
ausgepumpt werden kann. Um den Apparat zu verschließen, ist an der Tube ein dickwandiger
Schlauch (d) aus Gummi von „bester Dampfqualität“ mit Fett aufgesetzt, welcher
nach dem Auspumpen der Luft aus dem Gefäße mit einem Glasstopfen verschlossen wird.
Die Dichtung zwischen Deckel und Gefäß geschieht derart, daß beide Teile an den abgesohliffenen
Rändern schwach eingefettet werden und dann dazwischen ein etwa 0,8 mm
starker und etwa 1 cm breiter Ring aus Paragummi (Pig. 14 e) gelegt wird. Dies ist
erforderlich, da der Vakuumexsikkator in strömenden Dampf gebracht werden soll, ohne
daß dabei das Vakuum verloren geht. Der Boden des Gefäßes wird mit chemisch reinem
i) Von den Verfassern selbst mitgeteilt; vergl. auch Landw. Jahrbücher 1902, 31,
675 und Landw. Versuchs-Stationen 1904, 59, 433.