Bienenwachs.
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zahlen zu erhalten; namentlich sollen hei ceresin- und paraffinhaltigem Wachs die Zahlen
zu niedrig ausfallen, wenn man nur eine Stunde lang verseift. Man wird daher unter
Umständen gut tun, bei gefundenen niedrigen Ester- bezw. Verseifungszahlen länger zu
erhitzen — von einigen Autoren wird 4—8-stündiges Erhitzen für erforderlich gehalten —
oder, wie G. Büchner 1 ) vorschlägt, durch zeitweise Konzentration der Flüssigkeit —
mittels aufgesetzten Soxhletschen Extraktionsapparates mit Kugelkühler — die Verseifung
zu beschleunigen.
Bei gelbem Bienenwachs liegt die Säurezahl im allgemeinen zwischen
19—21 und die Esterzahl zwischen 73—76; das Verhältnis dieser beiden Zahlen,
die sog. Verhältniszahl, liegt im allgemeinen zwischen 1:3,6—1:3,8 und beträgt
im Ättel 1 : 3,75.
Bei weißem Bienenwachs steigt die Säurezahl bis 24 * 2 ), die Esterzahl ist
74,5—76,5; im Durchschnitt betragen die Zahlen jedoch auch, wie bei gelbem
Bienenwachs, 20 bezw. 75, so daß auch die Verhältniszahl 1 : 3,75 bestehen bleibt.
Bei den meisten Stoffen, die zur Verfälschung des Bienenwachses dienen, sind
die nach dem Hü bl sehen Verfahren erhaltenen Werte wesentlich andere, wie folgende
Tabelle zeigt:
Gegenstand;
Säurezahl
Esterzahl
Verhältniszahl
Gelbes Bienenwachs
19—21
73—76
1:3,75
Weißes Bienenwachs
20—24
74,5—76,6
1 : 3,75
Japanwachs
20
200
1: 10
Verfälschungs
:
Karnaubawachs
4
75
1:19
Talg
Stearinsäure
4
195
176
0
1:44
195; 0
Harz . .
110
1,6
1:0,015
Paraffin, Ceresin
0
0
o
Bei der Beurteilung der Bienenwachse auf Grund der vorstehenden Zahlen
sind folgende Fälle zu unterscheiden:
1. Ergibt die Untersuchung eines Wachses für reines Bienenwachs normale
Zahlen und sind auch spezifisches Gewicht und Schmelzpunkt nicht abweichend, so
darf man die Probe in der Regel als rein ansehen. Doch kommen nach G. Büchner
auch „Gewerbewachs“ genannte Wachskompositionen aus Stearinsäure und Preßtalg
bezw. Japantalg und Ceresin oder Paraffin vor, die normale oder doch annähernd
normale Säure-, Ester-, Verseifungs- und Verhältniszahlen zeigen; man
erkennt diese Verfälschungen durch die Bestimmung der Buchnerschen Zahl
(vergl. No. 7).
2. Liegt die Esterzahl wesentlich unter 73, die Säurezahl unter 19, und verhalten
sich die gefundenen Zahlen dennoch ungefähr wie 1 :3,75, so deutet der Befund
auf Zusatz eines indifferenten Körpers (Paraffin oder Ceresin) hin.
3. Ist das Verhältnis wesentlich größer als 1 : 3,75, also die Esterzahl eine
höhere, so ist ein Zusatz von Japanwachs, Karnaubawachs oder Talg anzunehmen.
4. Erhält man bei gelbem Wachs eine höhere Säurezahl als 24, so daß das
Verhältnis wesentlich kleiner wird als 1 :3,75, so ist ein Zusatz von Harz oder
Stearinsäure anzunehmen.
9 Chem.-Ztg. 1905, 29, 32.
2 ) Bei chemisch gebleichtem, reinem Wachs fanden L. Medien s und C. A. Wellenstein
(Zeitschr. f. Untersuchung d. Nahrungs- u. Genußmittel 1902, 5, 1092) sogar eine Zunahme
der Säurezahl von 18,88 auf 24,71 und ein Sinken der Verhältniszahl von 3,85 auf 2,95 °/ 0 .