Full text : Die Untersuchung landwirtschaftlich und gewerblich wichtiger Stoffe

944

Schmiermittel.

Punktes),  ist  für  manche  Verwendungszwecke  von  großer  Bedeutung.  Der  Kältepunkt ­
  ist  hei  den  fetten  Ölen  abhängig  von  dem  Gehalt  an  den  verschiedenen  Glyzeriden
und  hei  den  Mineralölen  von  ihrem  Gehalt  an  Paraffin.
Für  die  meisten  praktischen  Zwecke  genügt  das  Reagensglas-Verfahren,  für
die  Beurteilung  der  dunkelen  Eisenhahnöle  dagegen  ist  die  Prüfung  des  Fließvermögens
in  der  Kälte  nach  dem  Ü-Rohr-Verfahren  vorgeschriehen.
a)  Reagensrohr-Verfahren  zur  Bestimmung  des  Kältepunktes.
Hofmeister 1 )  empfiehlt  folgendes  Verfahren:  Das  öl  wird  in  ein  Reagensglas  von
15  mm  Weite  bis  zu  einer  etwa  30  mm  über  dem  Boden  befindlichen  ringförmigen,
mit  weißer  Farbe  ausgelegten  Strichmarke  eingefüllt.  Diese  Gläser  werden  zu  8  bis
9  in  ein  Gestell  (Fig.  349)  eingesetzt,  welches  in  die  Salzlösung  im  Gefäß  a  aus  vernickeltem ­
  Zinkblech  eingestellt  wird  (Fig.  350).  Der  Ständer  c  trägt  an  dem  Rohr  d

Fig.  34,9.  Fig.  350.
Gefrierpunkt-Bestlmmungsapparat  nach  Hofmeister.

eine  Scheibe,  auf  welche  die  Gläser  aufgesetzt  werden;  ferner  zwei  Ringreifen  g,
welche  sie  halten,  Federn  h  zum  Andrücken  für  jedes  Gläschen  und  in  dem  dicken
Teile  e  die  Klemmschraube  f.  Das  Gefäß  a  steht  in  einer  Kältemischung  aus  Eis
und  Kochsalz *  2 )  in  dem  irdenen  Gefäß  h.
Als  Salzlösungen  zum  Füllen  des  Gefäßes  a  dienen  solche,  welche  enthalten:

Gefrierpunkt  Salz  in  100  ccm
0°  —
—  3°  13  g  Kaliumnitrat
—  4 0  3 )  desgl.  -\-2  g  Chlornatrium
—  5°  desgl.  -j-  3,3  g  Chlornatrium

Gefrierpunkt
—  8,7°
—  10°  3 )
—  14°  3 )
—  15,4°

Salz  in  100  ccm
35  g  Chlorbaryum
22,5  g  Chlorkalium
20  g  Chlorammonium
25  g  Chlorammonium

Diese  Lösungen  behalten  so  lange  die  Temperatur  ihres  Gefrierpunktes,  als  einerseits ­
  noch  feste  Bestandteile  in  der  Lösung  enthalten  sind  und  andererseits  noch  nicht  die

J )  Mitteil,  techn.  Versuchsanstalten,  Berlin  1889,  24;  vergl.  Benedikt-Ulzer,
Analyse  der  Fette  und  Wachsarten.  Berlin  bei  Julius  Springer,  4.  Auf!.,  1906,  130.
2 )  Als  Kältemischungen  zur  Erzielung  niedriger  Temperaturen  können  auch  dienen;
Eine  Mischung  von  entweder  1  Teil  Kochsalz  und  2  Teilen  Schnee  oder  zerstoßenem  Eis,  wodurch ­
  eine  Temperatur  von  —  20°  erzielt  wird,  oder  eine  Mischung  von  1  Teil  Chlorammonium, ­
  2  Teilen  Kochsalz  und  5  Teilen  Eis  (—30°),  oder  eine  Mischung  von  5  Teilen
Kochsalz,  5  Teilen  Ammoniumnitrat  und  12  Teilen  Eis  (—40°).
3 )  Nach  D.  Holde.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.