Full text: Das Geldwesen Frankreichs zur Zeit der ersten Revolution bis zum Ende der Papiergeldwährung

I. DIE BANKNOTBNWXHRUNG BIS APRIL 1790. 
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’) Arret vom 14. Dez. 1788. 
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auch der parazentrische; es sollte nur der apozentrische An 
nahmezwang Vorkommen. 
Die provisorischen Anleihescheine waren also ausschließlich 
Forderungs-oder Wertpapiere. Eine zirkulatorische Befriedigung 
wie beim Papiergeld war nicht möglich. Nahm sie jemand in 
Zahlung, so lag keine solutio, sondern eine datio in solutum vor. 
All dieses bedarf keiner weiteren Ausführungen; es wider 
spricht jeglicher Logik, wenn ein Staat (apozentrisch) ein Papier 
aufdrängt, bei allen anderen Zahlungen aber ihm den Anuahme- 
zwang ausdrücklich aberkennt. 
Aber selbst wenn wir annehmen würden, der Staat hätte 
statt dieser Wertpapiere Papiergeld valutarisch gehandhabt, so 
wäre auch dann noch der Zahlungsmodus des arrets zu ver 
urteilen gewesen. 
Gesetzt, der Staat hätte einige Zahlungen in Papiergeld, 
andere in Hartgeld, andere in bestimmten Verhältnissen in beiden 
bezahlt. Eine solche apozentrische Verwendung der Geldarten 
ist aber vom Standpunkt des Staates aus betrachtet auf die 
Dauer unmöglich und auch verderbenbringend. Vielmehr ist 
die Existenz einer einzigen valutarischen Geldart ein Haupt- 
erfordornis eines geordneten staatlichen Geldwesens. 
Das arret vom 16. August 1788 verstieß also gegen eine 
Reihe logischer Erfordernisse. 
Es ist durchaus glaubhaft, wenn uns historisch bezeugt 
wird, daß schon allein der Erlaß des Gesetzes im Verkehr große 
Bestürzung hervorrief. 
In Kraft treten sollte es am 1. September, weil erst bis 
dahin die erforderlichen Scheine fertiggestellt sein konnten. 
Biesen Termin erlebte Brienne nicht mehr als Minister, denn 
das arret führte schon 10 Tage nach dem Erlaß den Sturz 
seines Urhebers herbei. Die erste Maßnahme Neckers, der vom 
König darauf zum Finanzminister berufen wurde, war die Auf 
hebung dieses widersinnigen Gesetzes 1 ) und die In-Aussicht- 
stellung der valutarischen Handhabung von Hartgeld. Schon
	        
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