Full text : Die Entwicklung der Weißgerberei

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läge  unter  dem  Werkzeug  durch  und  fällt  auf  der  anderen  Seite  fertig
bearbeitet  in  den  Transportwagen.  Die  Leistungsfähigkeit  von  Maschinen
mit  dieser  Form  der  Zuführung  beträgt  in  10  Arbeitsstunden  bis
3000  Felle,  wobei  nur  mehr  ein  Mann  zur  Bedienung  nötig  ist.
Es  hat  sich  also  die  Entwicklung  so  vollzogen,  daß  die  Unterlage
aus  der  Form  des  feststehenden  Schabebaums  überging  in  einen  flachen
Tisch;  die  Bewegung  der  Haut  samt  Unterlage  führte  schließlich  zu  den
stationär  gelagerten  aber  rotierenden  Unterlagen  der  Doppeltrommel,
dann  der  Gummiwalze  oder  des  endlosen  Gummibandes.  Damit  ist
das  Prinzip  des  kontinuierlichen  Prozeßes  für  das  Fell  durchgeführt.
Gehen  wir  nun  über  zur  Besprechung  der  Werkzeuge;  denn  ihre
Form  ist,  wie  wir  gesehen  haben,  das  Korrelat  der  jeweiligen  Unterlage. ­
  Auch  für  die  Werkzeuge  bildete  deu  Ausgangspunkt  die  handwerksmäßige ­
  Form  des  konkaven  Eisens.  Wir  haben  gesehen,  daß
Bagnall  1801  die  Schabemesser  durch  Hebelwerk  über  die  Felle  führte.
Ähnliche  Schabemesser  besitzt  auch  die  oben  angeführte  Conus-Enthaarund
  Reinmachmaschine;  nur  sind  hier  die  Schabemesser  ähnlich  wie
die  Eimer  eines  Baggers  auf  einem  endlosen  Bande  montiert.  —  Das
flache  Ausbreiten  der  Haut  hat  diese,  wie  oben  erwähnt,  einer  ähnlichen
Bearbeitung  zugänglich  gemacht,  wie  sie  gewebte  Stoffe  bei  der  Appretur
erfahren.  Die  Walze  ist  das  typische  Organ  der  rotierenden  Maschine,
und  so,  wie  schließlich  die  Unterlage  die  Form  einer  Walze  angenommen
hat,  so  bedeutet  es  ein  Endziel  des  maschinellen  Werkzeugs,  wenn
irgend  möglich,  dieses  auf  einer  rotierenden  Walze  unterzubringen.
Dieses  letztere  Problem  wurde  gelöst  in  den  sog.  Messerwalzen,  welche
seit  langem  die  Textilindustrie  in  den  Scheermaschinen  benützt,  schnell
rotierenden  Walzen,  um  welche  eine  Anzahl  von  „Messern"  spiralförmig ­
  gewunden  sind.  Je  nach  der  mehr  oder  weniger  ausgebildeten
Schneide  der  Messer,  je  nach  der  größeren  oder  geringeren  Oberflächengeschwindigkeit ­
  dieser  Walzen,  je  nach  dem  größeren  oder  kleineren
Druck,  mit  welchem  solche  Walzen  an  die  Haut  angepreßt  werden,  je
nachdem  die  Spiralwindungen  der  Messer  auf  der  ganzen  Länge  der
Walze  im  gleichen  oder  hälftig  im  entgegengesetzten  Sinne  verlaufen,
verrichten  solche  Walzen  die  verschiedenen  Arbeiten  des  Enthaarens,
Entfleischens,  Ausreckens,  Narbenabstoßens  usw.  Solche  Walzen  können
dann  entweder  über  die  auf  einem  Tisch  liegende  Haut  hinweggeführt
werden,  oder  die  Walzen  werden  stationär  gelagert,  und  das  Werkstück
wird  mitsamt  seiner  Unterlage  an  der  Walze  vorbeigebracht.  Ist  die
Unterlage  schließlich  eine  rotierende  Gummiwalze,  so  geht  das  Werkstück ­
  zwischen  der  Gummiwalze  und  der  Messerwalze  hindurch.
Damit  ist  das  Prinzip  dieser  ersten  Reihe  von  Maschinen  dargestellt.
,  Aufgabe  der  speziellen  Technik  ist  es,  diese  Walzen  in  zweckmäßiger  Weise  in
            
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