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gastlichen Anschauungen entstandene Technologie auf die gleichen Aus
gangsmaterialien hingewiesen, so Leuchs 1828 *) auf die Verwendung
von Speiseröhren der Pferde und des Rindviehs zu wasserdichten Stiefel
schäften und zu Oberleder für Schuhe, vom Mastdarm zu Sohlleder,
von der inneren Magenhaut zu Leder, und von engen Speiseröhren
und Gedärmen zu Riemen und biegsamen Röhren für Gas- und Wasser
leitung usw. Ihm schlossen sich dann an 1837 Pelzers und 1844
Rüst 3), letzterer in bewußter Analogie mit den Verhältnissen primitiver
Völker. Diese Beispiele aus der Reihe der Technologen mögen genügen.
Zu praktischen Versuchen scheinen indessen diese Vorschläge erst viel
später geführt zu haben, so wurde 1879 von E. Tivet in Philadelphias
ein Patent erworben, um aus Schafmägen durch Glacegare ein zur
Anfertigung von Taschen u. dgl. brauchbares Leder herzustellen. Wir
hören 1882 °), daß man Schafmägen zu diesem Zwecke lohgar oder mit
Alaun, Weizenmehl und Eigelb weißgar macht, wir hören weiter 6 ),
man für runde Riemen Därme gedreht, für breite Riemen in
-einem Webstuhl zu Borten gewirkt in den Handel bringt, und noch
1899 wurde durch Patent vom 19. Januar 1899 unter Nr. 116 747
...8 a ) für Bruno Trenckmann in Berlin ein Verfahren geschützt,
nach welchem durch Gerbung mit Glacenahrung oder durch eine kom
binierte Glacechromgerberei oder auch durch vegetabilische Gerbung aus
er an er äußeren Wand des Darmkanals, insbesondere des Blind
darmes es Rindes, befestigten Haut Glaceleder hergestellt werden sollte.
T * 4 5 6 !! e ^' en ^ etnen a ^ e d^se Versuche zur Umwandlung von Eingeweide-
n en unserer großen Haustiere in Leder chisher an der hohen Wert
schätzung gescheitert zu sein, welche andere Verbraucher diesen Binde-
gewebssubstanzen entgegenbringen 8 ).
Ein weiteres Vorkommen von Bindesubstanzen, welches ebenfalls
tvieder wegen der bedeutenden Festigkeit des Materials für die mensch-
uche Bedürfnisbefriedigung, wenn auch im allgemeinen nur auf niedereren
tusen der Kultur, von Bedeutung ist, sind die Bänder und Sehnen,
-lliele Reiseberichte erzählen, wie die Bänder und Sehnen gespalten,
wohl auch mit Ol zubereitet und dann zum Nähen oder Binden ver
wendet werden, und es ist wohl nicht nötig, hier umfangreiche Litteratur-
nachweise über deren Verwendung bei Hottentotten und Negern, bei
Patagoniern, nordamerikanischen Indianern, bei Australiern, bei Hyper-
9 Leuchs 1828, S. 66—67.
2 ) Pelzer 1837, S. 274; Poppe 1837, S. 333. ») Rüst 1844, S. 339.
4 ) Deutsche Gerberzeitung 1879, Nr. 67.
6 ) Deutsche Gerberzeitung 1882, Nr. 103.
6 ) Ebenda. 7 ) Deutsche Gerberzeitung 1901, Nr. 5.
*) Vgl. Schuh und Leder 1904, Nr. 34 S. 48—49.