Für die inländischen Preisverhältniffe ist im Gegenteil eine
Valutaanleihe nach dem Kriege höchst nachteilig. Wenn sie nach
den Wünschen der Metallisten dazu dient, Gold im Auslande zu
beschaffen und damit im Sinne ihrer Theorie unser Papiergeld
besser als bisher zu „decken", so bedeutet das in Wahrheit statt
nützlicher Ware nur Zuführung neuer künstlicher Kaufkraft, wäh
rend die Gütermenge in der Volkswirtschaft dieselbe bleibt; es wird
also preissteigernd wirken. Es würde damit bestenfalls ein Teil
der papiernen Zahlungsmittel durch metallische ersetzt. Daß das
aber noch keine Besserung des Kurses unserer Valuta und kein
Äerabgehen der inländischen Preise herbeiführen würde, das sollte
doch allmählich selbst dem verstocktesten Metallisten klar geworden
sein. Eine Anleihe zwecks Goldbeschaffung ersetzt nur ein Zahlungs
mittel durch ein anderes. Würde Gold zirkulieren, so erhielte es ein
Agio. Die allgemeine Rechnungseinheit würde deswegen noch nicht
höher bewertet, wenn das Papiergeld, das sie verkörpert, zu einem
größeren Teile durch Gold gedeckt ist. Denn die Geltung der
abstrakten Rechnungseinheit kann man nicht „decken". Sie aber,
d. h. die Einkommen, kaufen die Güter. Für Deckung des Papier
geldes weiteres Gold heranzuziehen hätte also gar keinen Sinn,
und den zahlreichen Vorschlägen, die derartiges vertreten, muß auf
das schärfste entgegengetreten werden. Ihre Vertreter reden ohne
genügende Kenntnis des Geldwesens, allenfalls auf Grund irgend
einer schablonenhaften Routine im Bankgeschäft und auf Grund
veralteter und falscher Theorien, aber ohne wirkliches Verständnis
der wirtschaftlichen Zusammenhänge.
Eine Einziehung von Papiergeld aber, etwa in der Weise,
daß für jedes beschaffte Goldstück der dreifache Betrag in Papier
geld eingezogen würde, ist doch nur möglich, wenn in entsprechender»
Amfange im Tauschverkehr erzielte Erträge dafür verwendet
werden, wenn die Schulden der Notenbank, als welche die Bank
noten sich darstellen, mit entsprechenden Summen von auf Grund
von Leistungen aus dem Tauschverkehr entstandenen Forderungen
zurückbezahlt werden. Lier zeigt sich die absolute Willkürlichkeit
der Drittelsdeckung und jeder Beschaffung von Gold zur Lebung
der Valuta. Nicht durch Gold, sondern nur durch Verwen
dung von Erträgen im Tauschverkehr kann sie wieder gehoben
werden, indem die durch Geldvermehrung künstlich aufgeblasene
Kaufkraft wieder zurückgeschraubt wird. Diese Erträge und Ein-