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wohnlich als der weisse Rabe hingestellt wird, verpflichtet die
von ihr kaufenden Grossisten durch Geheimverträge. Im § I eines
solchen Vertrages heisst es: »Die Firma N. N. verpflichtet sich,
Petroleum nur von der Pure Oil Co. zu beziehen . . . sowie
weder direkt noch indirekt ausser mit der Pure Oil Co. mit Pe
troleum zu handeln«. Der § 6 enthält folgende Bestimmung:
»Die Firma N. N. hat an allen Plätzen zum gleichen Literpreise
zu verkaufen, den die Konkurrenz in H. für Lieferung ex Strassen-
tankwagen notiert. Unter keinen Umständen darf die Firma
N. N. ohne die schriftliche Genehmigung der Pure Oil Co. unter
diesem Literpreise verkaufen«. Als Aequivalent erhält N. N.
90/120 Mk. pro Zisterne ä ca. 10 000 kg.
In sozial-ethischer Hinsicht ist dieses Verschwinden eines
ehemals blühenden Handelszweiges gewiss sehr bedauerlich, aber
objektiv volkswirtschaftlich betrachtet ist es nur das Abschneiden
eines überflüssigen und unnütz Säfte verzehrenden Astes vom
Stamm. Jeder Zwischenhandel verteuert die Ware. Dieser Uebel-
stand spricht besonders bei einem Massenkonsumartikel, der auch
dem kleinsten Haushalt unentbehrlich ist, mit. Schon deshalb
ist er theoretisch sehr angreifbar. Dass er es auch in der Praxis
ist, beweist die ganze moderne Entwicklungsgeschichte; man
denke nur an den Reis- und Kohlenhandel. Die Ausmerzung
tut weh, kann aber nicht umgangen werden. Der vielverteidigte
und vielbeklagte Petroleumzwischenhandel steht nur wegen der
eigenartigen Verhältnisse des Artikels im Vordergrund des Inter
esses, ist aber für viele andere Zweige des Zwischenhandels ty
pisch. Ja, es ist leider Tatsache, dass aus denselben Gründen
nicht nur die »zweite Hand«, sondern der ganze Handel bei der
jetzigen Gestaltung des Wirtschaftslebens zurückgehen muss.
Dass es bei den bedeutenderen Firmen, die sich der D.-A.-P.-G.
nicht so ohne weiteres ergeben wollten, ohne harten Kampf nicht
abging, ist selbstverständlich. Der schärfste Kampf dieser Art
fand in der ersten Hälfte der 90er Jahre gegen den mit den we
nigen Outsiders in Amerika in Verbindung stehenden Mannheimer
Importeur Philipp Poth und gegen die gleichfalls mit den noch
unabhängigen amerikanischen Produzenten arbeitenden Bremer
Grosshändler Rassow, Jung & Co. statt. Doch auch diese beiden
Firmen mussten, wenn auch erst nach verzweifelter Gegenwehr,
1896 die Waffen strecken und gingen in der Mannheim-Bremer-
Petroleum-A.-G- (»M.-B.-P.-A.-G.«) auf, deren Hauptaktienstock