Full text : Die Zeit der preußischen Freihandelspolitik

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versprach.  Der  gutsherrliehe  Adel  galt  als  Stütze  des  alten
Staates,  sie  hatte  sich  als  morsch  erwiesen.  Der  General  Doyen
sagt  in  seinen  Lebenserinnerungen,  daß  sich  viele  adelige
Gutsbesitzer  nicht  so  selbständig  gegen  die  Franzosen  benommen ­
  hätten,  als  man  zu  erwarten  berechtigt  gewesen  war.
Sie  seien  verschuldet  gewesen,  und  ein  durch  Schulden  niedergedrückter ­
  Mann  bücke  sich  eben.  Der  Bauernstand,  meint
Doyen,  sei  im  Verhältnis  weniger  verschuldet  als  der  Adel  und
in  seinen  Sitten  weniger  befangen  und  sei  daher  bei  feindlichen
Invasionen  zuverlässiger  und  widerstandsfähiger  als  der  Adel.
Als  es  sich  um  das  Sein  und  Nichtsein  Preußens  handelte,  da
entdeckte  man  die  ganze  Hohlheit  der  dekorativen  Stützen
und  suchte  Rettung  in  der  urwüchsigen  Kraft  des  freien  Bauernund
  Bürgertums.  Die  principia  wurden  revidiert,  und  man
proklamierte  die  Bauernbefreiung  und  die  Gewerbefreiheit.
Sobald  aber  das  Gewerbe  auch  aufs  Land  ziehen  durfte,  sobald
man  ihm  das  Recht  der  freien  Niederlassung  und  der  Freizügigkeit ­
  zugestanden  hatte,  war  es  auch  mit  der  alten  städtischen ­
  Akzisenwirtschaft  vorbei,  welche  die  Entvölkerung  der
Städte  herbeigeführt  hatte.  Es  folgte  die  Verkehrs-  und  Handelsfreiheit. ­

Von  Königsberg  aus  erließ  der  König  am  26.  Dezember
1808  eine  Geschäftsinstruktion  für  die  Regierungen  sämtlicher
Provinzen.  Darin  wird  ihnen  als  „Fundamentalgrundsatz“  der
Verwaltung  eingeschärft:
„Einem  jeden,  innerhalb  der  gesetzlichen  Schranken,  die
möglichst  freie  Entwicklung  seiner  Anlagen,  Fähigkeiten  und
Kräfte  in  moralischer  sowohl  als  physischer  Hinsicht  zu  gestatten, ­
  und  alle  dagegen  noch  obwaltenden  Hindernisse  baldmöglichst ­
  auf  eine  legale  Weise  hinwegzuräumen.“
Daher  sollen  vor  allem  die  Schranken  beseitigt  werden,
"Welche  dem  Entstehen,  dem  Betriebe  und  der  Ausbreitung  der
Gewerbe  entgegen  stehen.
Dann  heißt  es  weiter:
„Neben  dieser  Unbeschränktheit  bei  Erzeugung  und  Verfeinerung ­
  der  Produkte  ist  Leichtigkeit  des  Verkehrs  und  Freiheit ­
  des  Handels,  sowohl  im  Innern  als  mit  dem  Auslande  ein
Notwendiges  Erfordernis,  wenn  Industrie,  Gewerbefleiß  und
            
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