Full text : Die Zeit der preußischen Freihandelspolitik

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Der  Zoll  betrug  pro  Scheffel  in  Mark:

'  seit
1.  Januar  19.  Novemb.  1.  Januar
1819  1822  1824  1857  1865
Weizen  0,187  0,187  0,50  0,20  0,00
Roggen  0,062  0,076  0,50  0,05  0,00
Gerste  0,062  0,0625  0,50  0,05  0,00
Hafer  0,062  0,0625  0,50  0,05  0,00
Hülsenfrüchte  .  .  0,125  0,15  0,50  0,20  0,00

An  die  Eisenzölle  und  Garnzölle  wagte  man  sich  im  Jahre
1859  noch  nicht  heran,  die  Erörterung  ihrer  Berechtigung  wurde
bis  zum  nächsten  Kongreß  vertagt.  Zunächst  beschränkte  man
sich  darauf,  die  Aufhebung  der  Zölle  auf  Roh-  und  Hilfsstoffe
der  Fabrikanten  zu  verlangen.
Auf  dem  Kongreß,  der  im  nächsten  Jahre  in  Köln  tagte,
wurden  dann  die  Eisenzölle  zum  Gegenstand  der  Verhandlung
gemacht.  Trotz  des  Widerstandes  der  Eisenproduzenten,  die  sich
an  der  Debatte  beteiligten,  kam  hier  die  Resolution  zur  Annahme,
daß  der  Roheisenzoll  vom  Jahre  1844  und  die  damals  vorgenommenen
  Erhöhungen  der  Zölle  auf  gewalztes  und  geschmiedetes
Eisen  wieder  aufzuheben  seien,  und  daß  die  Umwandlung  aller
übrigen  Bisenzölle  in  reine  Einanzzölle  bewirkt  werden  müsse.
Bis  zum  Jahre  1844  konnte  Roheisen  zollfrei  eingeführt
werden,  dann  wurde  aber  ein  Zoll  von  2  Mk.  auf  100  kg  gelegt. ­
  Im  Jahre  1865  wurde  dieser  Zoll  auf  1,50  Mk-,  im  Jahre
1868  auf  1  Mk.,  im  Jahre  1870  auf  0,50  Mk.  ermäßigt,  und  im
Jahre  1873  wurde  die  Einfuhr  von  Roheisen  wieder  freigegeben.
Im  Jahre  1860  kam  es  zum  Abschluß  jenes  berühmten
Handelsvertrages  zwischen  England  und  Frankreich,  der  bald
der  Anlaß  wurde,  daß  sich  ein  Netz  von  Verträgen  über  das
ganze  westliche  Europa  ausspannte.  Frankreich  hatte  darin
entschieden  mit  seinem  starren  Prohibitivsystem  gebrochen
und  war  zu  einem  System  gemäßigter  Schutzzölle  übergegangen.
Auch  der  Kongreß  deutscher  Volkswirte  knüpfte  daran  neue
Hoffnungen  für  die  Entwicklung  der  deutschen  Handelspolitik,
und  er  forderte,  daß  auch  der  Zollverein  einen  ähnlichen  Handelsvertrag ­
  mit  Frankreich  abschließen  möge,  und  daß  die  in
diesem  Vertrage  Frankreich  zugestandene  Tarifermäßigungeil
allen  übrigen  Nationen  ebenfalls  zugute  kommen  müßten.
            
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