Full text: error

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darüber sein, daß er die Grenze zwischen Wissenschaft und 
Kunstlehre überschritten hat. 
Es lassen sich gewiß genug gute theoretische Gründe 
für diese These beibringen, aber ich will es gestehen, daß 
es vorwiegend praktische Erwägungen sind, die mich ver 
anlassen, dafür einzutreten, daß der Aufgabenkreis der 
sozialökonomischen Wissenschaft nach der Seite der prak 
tischen Politik hin möglichst eingeengt wird, Praktische 
Erwägungen, die sowohl das Interesse der Wissenschaft 
wie das der Praxis berühren, die hier solidarisch sind. 
Der Stoff unserer Wissenschaft an sich bringt schon 
mancherlei Gefahren mit sich, für den, der seine Unter 
suchungen in Ruhe führen, der Erkenntnis allein dienen 
möchte: „Die Theoreme des Euklid würden nicht ein 
stimmig angenommen sein, wenn sie in unmittelbarer Be 
ziehung zum Reichtum und Genießen gestanden hätten;“ 
(Whately) „nirgends urteilt und äußert sich das Publikum 
so interessiert wie hier. Nirgends wird soviel übertrieben, 
gelogen wie in sozialökonomischen Debatten 1 ).“ 
Sollten wir nicht versuchen mit allem Ernste diese 
Gefahren möglichst zu mindern? Statt dessen scheint 
man an den natürlichen Schwierigkeiten noch nicht genug 
zu haben, man zerrt die Wissenschaft in das Getriebe der 
Tages-Politik und in den Kampf der Weltanschanungen 
1) H. Dietzel a. a. O. S. 39. In seinem „Zollvereinsblatt“ sagte 
Friedrich List einmal: „Nichts ist von so kitzlicher und häckeliger 
Natur in der ganzen Staatsführung wie die Entscheidung derjenigen 
Fragen, welche den Nahrungsstand des Volkes, den Wohlstand jedes 
einzelnen Individuums berühren .... Nichts schadet mehr in der 
Meinung des untergeordneten Volkes der gegenwärtigen Regierung, 
nichts ist weniger leicht gut zu machen als falsche nationalökonomische 
Maßregeln, weil die Wirkungen davon urplötzlich in der Brotlade und 
dem Küchentopf jedes einzelnen Bürgers sich kund geben.“
	        
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